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Ursachen der Preisentwicklungen bei Erdgas und Strom

Konjunktur und Großhandelspreise

Die Großhandelspreise, zu denen die Energieversorger einkaufen, sind für sämtliche Energieträger (Erdgas, Strom, Kohle und Rohöl) rasant gestiegen. Der Ukraine-Krieg treibt die Preise zusätzlich in die Höhe.

Doch warum müssen Energieversorger Strom und Erdgas überhaupt teurer einkaufen? Kurz gesagt: Weil Angebot und Nachfrage an den Energiemärkten derzeit nicht im Gleichgewicht sind.

Die Hintergründe dafür erläutern wir nachfolgend.
 

Wichtige Kundeninformation
 

Zum 1. Oktober 2022 wird eine zeitlich befristete Gasumlage eingeführt. 

Infos zur neuen Gasumlage

Erdgaspreise auf Rekordhoch

Die Erdgaspreise befinden sich seit Monaten auf einem sehr hohen Niveau und steigen kontinuierlich weiter. Als Reaktion auf die wachsende Anspannung an den Gasmärkten hat das Bundeswirtschaftsministerium am 23. Juni die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. 

Der Preis, den Energieversorger an den Energiemärkten bezahlen, hat sich innerhalb der letzten 12 Monate mehr als verfünffacht.

Ursachen und Hintergründe:

  •  Ukraine-Krieg: Der russische Angriff auf die Ukraine hat zu hoher Nervosität auf dem Gasmarkt geführt. Nachdem Russland Mitte Juni die Gasflüsse über die Nord Stream 1 zunächst um 60 Prozent reduziert hat und die Mengen nach Abschluss der planmäßigen Wartung noch weiter gedrosselt hat, ist die Gesamtimportmenge spürbar zurückgegangen. Importeure und Großhändler müssen die fehlenden Mengen zu deutlich höheren Preisen anderweitig beschaffen.
  •  Rückgriff auf Flüssigerdgas (LNG): Russisches Erdgas wird künftig vermehrt durch Flüssigerdgas substituiert. Bis zum kommenden Winter will Deutschland im Rekordtempo ein schwimmendes  Flüssigerdgasterminal bauen, um direkt am weltweiten LNG-Markt teilzunehmen. Die weltweit hohe Nachfrage nach noch verfügbaren LNG-Mengen treiben die Preise. Hinzu kommt: Eine Explosion  am 8. Juni lässt ein großes US-amerikanisches Flüssigerdgas-Terminal für mehrere Monate ausfallen und verschärft die Gasknappheit.
     
  •  Gestiegene Nachfrage bei gleichzeitig knappen Speichervorräten: Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, der nach dem Corona-Einbruch eingesetzt hat, ist die Nachfrage nach Gas weltweit stark  gestiegen. Die gesetzlich angeordnete Wiederbefüllung der Gasspeicher, die bestimmte Mindestfüllstände zu bestimmten Stichtagen vorsieht und zur Versorgungssicherheit im nächsten Winter beitragen soll, gibt den Preisen zusätzlichen Auftrieb.

 

Preiszusammensetzung

Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für die Energieerzeugung abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:

  • Netznutzungsentgelte
  • Kosten für Vertrieb und Abrechnung
  • Steuern und Abgaben

Bei den Steuern und Abgaben ist die zum 1. Januar 2021 in Kraft getretene CO2-Abgabe ein wesentlicher Faktor. Sie soll dazu beitragen, die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen und den CO2-Ausstoß zu verringern. Nähere Informationen zur CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) finden Sie hier.

Zusammensetzung des Erdgaspreises 2022

Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei 20.000 kWh

Quelle MONTANA, Stand: Juli 2022

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