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Ursachen der Preisentwicklungen bei Erdgas und Strom

Konjunktur und Großhandelspreise

Die Großhandelspreise, zu denen die Energieversorger einkaufen, sind für sämtliche Energieträger (Erdgas, Strom, Kohle und Rohöl) spürbar gestiegen. Angesichts der hohen Energiepreise hat der Staat mittlerweile umfangreiche Entlastungen für Gas- und Stromkunden auf den Weg gebracht. Doch warum müssen Energieversorger Strom und Erdgas überhaupt so teuer einkaufen? 

Die Hintergründe für den Preisanstieg erläutern wir nachfolgend.  

Erdgaspreise weiterhin auf hohem Niveau

Der Preis, den Energieversorger an den Energiemärkten bezahlen, hat Ende August einen historischen Rekordwert erreicht. Seitdem bewegt sich der Preis zwar wieder nach unten, allerdings befindet er sich weiterhin auf einem historisch hohen Niveau, das deutlich über den Preisen vor Beginn des Ukraine-Krieges liegt.

Ursachen und Hintergründe:

  • Verknappung des Gasangebots infolge des Ukraine-Kriegs: Der russische Angriff auf die Ukraine hat zu hoher Nervosität auf dem Gasmarkt geführt. Nachdem Russland die Gasflüsse seit Anfang September vollständig gedrosselt hat, bezieht Deutschland kein Erdgas mehr aus Russland. Die fehlenden Mengen können nur teilweise durch erhöhte Einfuhren aus Norwegen und aus den Niederlanden kompensiert werden. Importeure und Großhändler müssen die fehlenden Mengen zu höheren Preisen anderweitig beschaffen.
     
  • Rückgriff auf Flüssigerdgas (LNG): Russisches Erdgas wird vermehrt durch Flüssigerdgas substituiert. Inzwischen haben in Deutschland drei schwimmende  Flüssigerdgasterminals ihren Betrieb aufgenommen und nehmen direkt am weltweiten LNG-Markt teil.  Da Flüssigerdgas zu Börsenpreisen gehandelt wird und die Exporteure in die Märkte verkaufen, wo die höchsten Preis erlöst werden, hat der vermehrte Einsatz von Flüssigerdgas tendenziell preissteigernde Effekte. 
     
  • Komfortable Speicherfüllstände: Die Situation hat sich im Vergleich zum Herbst etwas entspannt, da der Verbrauch dank der milden Witterung geringer als in den Vorjahren ist und die Speicherfüllstände über dem langjährigen Mittel liegen. Die Chancen stehen gut, ohne Gasmangellage durch den Winter zu kommen. Allerdings kann die Wiederbefüllung der Speicher für den Winter 2023/2024 herausfordernder und möglicherweise teurer werden, da hierfür (anders als noch  im vergangenen Sommer) kein Pipeline-Gas aus Russland zur Verfügung steht. 
     

Preiszusammensetzung

Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für die Energieerzeugung abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:

  • Netznutzungsentgelte
  • Kosten für Vertrieb und Abrechnung
  • Steuern und Abgaben

Zusammensetzung des Erdgaspreises 2022

Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei 20.000 kWh

Quelle MONTANA, Stand: Oktober 2022

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