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Ursachen der Preisentwicklungen bei Erdgas und Strom

Konjunktur und Großhandelspreise

Die Großhandelspreise, zu denen die Energieversorger einkaufen, sind für sämtliche Energieträger (Erdgas, Strom, Kohle und Rohöl) rasant gestiegen. Angesichts der hohen Energiepreise hat der Staat mittlerweile Entlastungen für Gas- und Stromkunden ausgearbeitet. Doch warum müssen Energieversorger Strom und Erdgas überhaupt so teuer einkaufen? 

Die Hintergründe für den immensen Preisanstieg und warum Angebot und Nachfrage an den Energiemärkten derzeit nicht im Gleichgewicht sind, erläutern wir nachfolgend.  

Erdgaspreise weiterhin auf historisch hohem Niveau

Die Erdgaspreise befinden sich seit Monaten auf einem sehr hohen Niveau. Als Reaktion auf das knappe Angebot an den Gasmärkten infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine hat das Bundeswirtschaftsministerium am 23. Juni die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. 

Der Preis, den Energieversorger an den Energiemärkten bezahlen, hat Ende August einen historischen Rekordwert erreicht. Seitdem geht der Preis zwar wieder nach unten, allerdings befindet er sich weiterhin auf einem historisch hohen Niveau, das um ein Vielfaches über den Preisen vor Beginn des Ukraine-Krieges liegt.

Ursachen und Hintergründe:

  • Verknappung des Gasangebots infolge des Ukraine-Kriegs: Der russische Angriff auf die Ukraine hat zu hoher Nervosität auf dem Gasmarkt geführt. Nachdem Russland die Gasflüsse zunächst schrittweise reduziert und seit Anfang September vollständig gedrosselt hat, bezieht Deutschland seit Anfang September kein Erdgas mehr aus Russland. Die fehlenden Mengen können nur teilweise durch erhöhte Einfuhren aus Norwegen und aus den Niederlanden kompensiert werden. Importeure und Großhändler müssen die fehlenden Mengen zu deutlich höheren Preisen anderweitig beschaffen.
  • Rückgriff auf Flüssigerdgas (LNG): Russisches Erdgas wird vermehrt durch Flüssigerdgas substituiert. Noch im Dezember will Deutschland zwei schwimmende  Flüssigerdgasterminals in Betrieb nehmen, um direkt am weltweiten LNG-Markt teilzunehmen. Die weltweit hohe Nachfrage nach noch verfügbaren LNG-Mengen treibt die Preise für Flüssigerdgas in die Höhe.  
  • Einspeicherung von Erdgas: Die Zielvorgaben in Deutschland, aber auch durch die EU für die europäischen Speicher, zur Wiederbefüllung der Gasspeicher wurden dank der milden Witterung im Herbst bereits vorzeitig erreicht. Dieser Erfolg dämpft die Sorge vor Engpässen im Winter: Wenn es gelingt, auch die Einsparziele beim Verbrauch zu erreichen, und die Importmengen weitgehend stabil bleiben, so stehen die Chancen gut, ohne Gasmangellage durch den Winter zu kommen. 
     

Preiszusammensetzung

Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für die Energieerzeugung abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:

  • Netznutzungsentgelte
  • Kosten für Vertrieb und Abrechnung
  • Steuern und Abgaben

Zusammensetzung des Erdgaspreises 2022

Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei 20.000 kWh

Quelle MONTANA, Stand: Oktober 2022

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