MONTANA Mineralöl-Abc

Fachwissen verständlich erklärt

Beim Thema Heizöl wird mit vielen Fachbegriffen und Abkürzungen jongliert. Jeder hat sie schon mal gehört. Aber was genau bedeuten sie? Unser Mineralöl-Abc erklärt Ihnen die wichtigsten Begriffe – kompakt und verständlich.

A
  • API
    American Petroleum Institute. Das Institut gibt wöchentliche Statistiken über den US-Ölmarkt heraus mit Angaben über Bestände, Verarbeitung, Importe, Absätze. Einen Tag nach der Bekanntgabe der API-Zahlen wird die Statistik des Energieministeriums veröffentlicht (siehe auch DOE, Department of Energy). Beide Statistiken gelten als richtungsweisend bei der weiteren Preisentwicklung.
  • ARA
    Der Großraum Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen – auch als „Rotterdamer Markt“ bekannt – ist die Drehscheibe für Ölverarbeitung und -handel in Nordeuropa. Auch Auslieferungsbasis für Andienung von IPE-Börsenkontrakten.
  • Additive
    Additive sind Zusatzmittel oder Wirkstoffe, die in Kraft-, Brenn- und Schmierstoffen erwünschte Eigenschaften verstärken, unerwünschte Eigenschaften unterdrücken oder neue Wirkungen ausüben. So können bei Kraftstoffen das Motoreinlasssystem sauber gehalten und Ablagerungen im Motor verhindert oder in Schmierölen die Alterungsbeständigkeit verlängert werden. Senkung der Schadstoffemissionen im Abgas und Verhinderung der Korrosion von Metallteilen im Kraftstoffsystem sind weitere Wirkungen von Additiven.
B
  • Barrel
    Amerikanisches Raummaß für Rohöl; auch als Fass bekannt. Kurzwort: bbl. Umrechnungsformel: 1 bbl = 42 US-Gallonen = 158,9641 Liter. Eine Tonne Nordseeöl hat ca. 7,5 Barrel.
  • Benzin
    Besteht aus Kohlenwasserstoffen des Rohöls, die im Bereich von 35 bis 210 Grad Celsius sieden. Im Sprachgebrauch ist Benzin die üblichere Bezeichnung für Ottokraftstoff.
  • Benzol
    Ist der einfachste aromatische Kohlenwasserstoff (Aromaten). Benzol wird u. a. zur Herstellung von Synthesefasern und Schaumstoffen verwendet. Es stellt einen der wichtigsten Rohstoffe der chemischen Industrie dar. In geringer Menge ist Benzol in Ottokraftstoffen enthalten; er wird den Kraftstoffen nicht zugesetzt. Deren Benzolgehalt ist in der EU durch die Richtlinien vom 28. Dezember 1998 auf 1 Vol.-% begrenzt. Dieser Wert ist über die Kraftstoffqualitätsversorgung verbindlich in Deutschland eingeführt worden.
  • Biodiesel
    Werbebegriff für Fettsäuremethylester, der in Deutschland vor allem aus Rapsöl durch chemische Umsetzung mit Methanol erzeugt wird (Rapsölmethylester (RME)). RME ist ein Kraftstoff aus landwirtschaftlicher Produktion, der für den Betrieb von Dieselmotoren grundsätzlich geeignet ist. Eine Anforderungsnorm (DIN 51 606) zur Sicherstellung gleichbleibender Qualität ist in Vorbereitung. Reines Pflanzenöl oder Speisefett kann in normalen Dieselmotoren nicht ohne erhebliche Risiken verwendet werden.
  • Bitumen
    Als Bitumen werden die Rohölbestandsteile bezeichnet, die auch in der Vakuumdestillation nicht verdampfbar sind (nicht destillierbar). Es ist das Bodenprodukt der Vakuumdestillation bei der Verarbeitung von naphten- oder gemischtbasischen Rohölen. Bitumen findet Verwendung im Straßenbau (Asphalt) sowie für Isolierungen und Dachpappen.
  • Brennwert
    Der Brennwert (Ho) gibt die gesamte Wärmemenge an, die bei der vollständigen Verbrennung eines fossilen Energieträgers in bestimmter Menge frei wird. Er beinhaltet also auch die Verdampfungswärme, die freigesetzt wird, wenn der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert.
  • Brent
    North Sea Brent Blend ist eine international marktbestimmende Ölsorte aus dem engl. Nordseeölfeld „Brent“, deren Preis u. a. als Richtstandard gilt.
  • Bundes-Immissionsschutzgesetz
    Das Bundes-Immissionsschutzgesetz trat 1974 in Kraft. Es regelt die Umweltschutzanforderungen bei Errichtung und Umbau von Produktionsanlagen, legt Immissions- und Emissionsgrenzwerte fest und ist die Grundlage für Umweltsachschutzanforderungen an industrielle und gewerbliche Erzeugnisse. Detailregelungen finden sich in Verordnungen und Verwaltungsvorschriften, die auf der Grundlage des BImSchG erlassen worden sind.
  • Bunkeröl
    Als Bunkeröle (engl. Bunker fuel) werden die in der Schifffahrt verwendeten Brennstoffe bezeichnet. Während auf Binnenschiffen im Allgemeinen Dieselkraftstoff verwendet wird, werden die Dieselmotoren in der Seeschifffahrt mit Schiffsbrennstoffen betrieben, die dem schweren Heizöl entsprechen. Für Bunkeröle gelten die internationalen Normen ISO 8216 und ISO 8217.
C
  • CFPP
    Der Cold-Filter-Plugging-Point gibt den Grenzwert der Filtrierbarkeit an und dient der Beschreibung des Kälteverhaltens bei Heizöl und Diesel.
  • Cif
    Cost-insurance-reight (Kosten, Versicherung, Fracht) ist eine Klausel im internationalen (Öl-) Handel, die besagt, dass der Verkäufer die Kosten und die Fracht für die Beförderung der Ware zum vereinbarten Bestimmungsort und die Seetransportversicherung gegen die Gefahr des Untergangs oder von Schäden an der Ware während des Transports tragen muss.
  • Cloudpoint
    Temperatur, bei der flüssige Produkte eine Trübung durch Ausscheidung von Paraffinkristallen zeigen. Dient der Angabe des Kälteverhaltens bei Mitteldestillaten.
  • Cracken
    Unter Cracken versteht man das Spalten von Kohlenwasserstoffmolekülen. Bei Temperaturen über 360° C beginnen die Kohlenwasserstoffmoleküle in so starke Schwingungen zu geraten, dass sich die Bindungen zwischen den Kohlenstoff-Atomen lösen und Kohlenwasserstoffverbindungen mit kürzerer Kettenlänge entstehen. Es gibt mehrere Crack-Verfahren: - Thermisches Cracken wandelt bei hohen Temperaturen und unter Druck schwersiedende Kohlenwasserstoffe (z. B. schweres Heizöl) in leichtsiedene (z. B. Benzine und Mitteldestillate) um. - Steamcracken wird in der Petrochemie angewandt, und zwar vornehmlich zur Herstellung von ungesättigten Gasen (z. B. Ethylen). Im Steamcracker gewinnt man dabei aus den Kohlenwasserstoffen des Benzins oder der Mitteldestillate unter Zusatz von Dampf chemische Rohstoffe. - Katalytisches Cracken dient dem gleichen Zweck wie das thermische Cracken, nur geht hier der Spaltvorgang in Gegenwart eines feinen staubförmigen Katalysators (z. B. Hydrosilikate) schonender vor sich. Dadurch kann etwa bei Atmosphärendruck und mit niedrigen Temperaturen gearbeitet werden. - Hydrocracken ist ein katalytisches Spaltverfahren in Gegenwart von Wasserstoff und bei einem Druck von etwa 100 Atmosphären. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass man je nach Katalysator und Betriebsbedingungen das Ausgangsmaterial fast ausschließlich in Benzin oder vorwiegend in Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl verwandeln kann. Hoher Wasserstoffbedarf und hoher Druck machen das Verfahren sehr aufwendig.
  • Cracker
    Ein Cracker ist eine Anlage, in der Kohlenwasserstoffmoleküle bei hoher Temperatur gespalten werden. Auf diese Weise entstehen aus festen oder zähflüssigen Produkten leichtflüssige Produkte oder aus leichtflüssigen Produkten Gase.
D
  • DIN
    Steht für Deutsche Industrie Normen und ist der deutsche Normenausschuss.
  • DOE
    Department of Energy. US-amerikanische Energiebehörde, die wöchentliche Daten zum Ölmarkt veröffentlicht.
  • Destillation
    Die erste Aufbereitung des rohen Erdöls erfolgt durch Destillation. Die niedrig siedenden Ölanteile, nämlich Benzin, Petroleum und Gasöl, können durch einfache Destillation unter atmosphärischem Luftdruck abdestilliert werden. In älteren Anlagen erfolgt diese Destillation aus Blasen, d. h. aus einer Batterie treppenförmig angeordneter Walzenkessel. Die Dämpfe kondensieren in Kühlern, wobei die einzelnen Siedeabschnitte, also Benzin, Petroleum und Gasöl, in gesonderten Vorlagen abgezogen werden. Der große Nachteil der Blasendestillation liegt darin, dass das Öl dabei langen hohen Temperaturen ausgesetzt wird und teilweiser Zersetzung unterliegt. Für die entbenzinierte Schmierölfraktion erfolgt in kleineren Anlagen dann unter Zuhilfenahme von Wasserdampf und Vakuum (10 - 50 mm Hg) eine Aufteilung in Spindelöl-, Maschinenöl- und Motorenöl-Destillate, wobei dunkles, viskoses Öl oder asphaltartige Stoffe im Rückstand bleiben. Die moderne Topdestillation wendet bereits das Prinzip der Röhrenerhitzer (pipe still) an, d. h. ein System von Rohrschlangen in einem sog. Röhrenofen (tube still), durch das das Öl mit einem Eintrittsdruck von 4 ¬ 7 atü hindurchgejagt wird. Das Öl wird im Röhrenofen mit überhitztem Wasserdampf in Kontakt gebracht, die Dämpfe werden fraktioniert gekühlt. Beim Toppen trennt man in Kraftstoff- und Schmierölanteile. Die moderne Röhrendestillation kennt sog. Einstufen-Anlagen (single-flash-system) und Zweistufen-Anlagen (double-flash-system). Bei der Einstufen-Destillation gelangen aus dem Röhrenofen alle Dämpfe in den Kühlturm (bubble tower), der in mehreren Etagen mittels sog. Glockenböden die aufsteigenden Dämpfe zwingt, die schwerer siedenden Bestandteilen zum Niederschlag zu bringen. So erreichen die leichtsiedenden Kraftstoffanteile die Turmhöhe, die Schmieröle werden aus mittlerer Zone seitlich über Kühler abgezogen und das schwere Rückstandsöl geht zum Boden des Turms. Bei der Zweistufendestillation werden im ersten Turm die Kraftstoffe durch fraktionierte Kühlung separiert. Aus dem „Sumpf“ dieses Turmes wird das verbleibende Öl in einen zweiten Röhrenofen gepumpt, destilliert und im zweiten Fraktionierturm unter Anwendung von etwa 20 mm Hg Vakuum in die verschiedenen Schmierölsorten geschieden. Die frischen Schmieröldestillate sind ziemlich hell in der Farbe, dunkeln aber umso mehr nach, je mehr sie instabile, licht- oder sauerstoffempfindliche Begleitstoffe der Kohlenwasserstoffe enthalten. Aufgabe der Raffination ist es dann, diese alterungsgeneigten Substanzen aus dem Schmieröl zu entfernen. Bei stabilen Ölen bleiben auch die einfachen Destillate relativ hellfarbig. Besonders unter den Spindelöl-Destillaten kann man diese Beobachtung machen, während viskosere Öle stärker nachdunkeln. Bei völlig schwarzen Ölen besteht stets der Verdacht, dass es sich nicht um Destillate, sondern um Verschnitte derselben mit asphaltigen Rückstandsölen, um sog. „Dunkelöle“ handelt. Die Destillation ist der wichtigste Verarbeitungsprozess in der Raffinerie. Durch sie wird das Rohöl in Fraktionen mit unterschiedlichen Siedebereichen getrennt. Diese Trennung findet in der ersten Verarbeitungsstufe unter normalem (atmosphärischem) Druck statt. Das Destillieren erfolgt kontinuierlich im Fraktionierturm, der mit zahlreichen durchlässigen Böden ausgestattet ist. Im unteren Drittel des Turms wird das zuvor gereinigte und auf etwa 350° C erhitzte Rohöl eingeleitet. Der verdampfbare Anteil fließt als Rückstand in den sogenannten Sumpf. Die aus dem Kopf des Turms austretenden Dämpfe werden zum Teil kondensiert und in den Kopf zurückgeführt. Dieser Rückfluss wirkt kühlend und sorgt dafür, dass sich zwischen dem Rohöleintritt und dem Kopf ein gleichmäßiges Temperaturgefälle einstellt. So können die aufsteigenden Dämpfe stufenweise kondensieren und von bestimmten Böden als Fraktionen mit bestimmten Siedebereichen abgezogen werden. Im mittleren Teil des Turms werden die Mitteldestillate abgezogen, zu denen auch Heizöl EL zählt. Das im Sumpf anfallende Produkt wird als schweres Heizöl oder als Einsatzprodukt für die Vakuumdestillation verwendet.
  • Dichte
    Die Dichte eines Stoffes ist das Verhältnis seiner Masse M zu seinem Volumen V. Steht in enger Beziehung zum spezifischen Gewicht (Wichte) eines Stoffes - DIN 51 757.
  • Dieselkraftstoffe
    In nachstehender abgewandelter Form wird die Zündwilligkeit von Dieselkraftstoffen in CFR_Dieseln bzw. IG_Dieseln gemessen. Maßgebendes Kriterium für die Vergleichsmessung ist in jedem Falle ein Zündverzug von 18° Kurbelwinkel, der durch Veränderung der Verdichtung eingestellt wird. Als Vergleichskraftstoff dient eine Mischung aus Zetan C16H34 als zündwillige Komponente und Methylnaphtalin C11H10 als zündträge Komponente. Der Zetan-Gehalt in Vol.-% der Vergleichsmischung, die dasselbe Zündverhalten zeigt wie der zu prüfende Dieselkraftstoff, ergibt die Kennzahl, die sogenannte Zetan-Zahl (Za. Z.). Hinsichtlich der in Dieselmotoren eingesetzten Kraftstoffe hat sich – in zunehmendem Maße seit Kriegsende – insofern eine Veränderung vollzogen, als besonders in Schiffsdieselmotoren die Tendenz zur Verwendung schwererer Kraftstoffarten festzustellen ist. Der Grund hierfür liegt in der teilweise nicht unerheblichen Ersparnis der Betriebskosten. Eine einheitliche Normung gibt es in Deutschland ausschließlich für den Dieselkraftstoff (DK), landläufig auch als Gasöl bezeichnet. Für die schweren Kraftstoffe haben sich zwei Hauptstufen eingebürgert, und zwar Marine-Dieselöl (Marine Diesel Fuel) und Schweröl. Marine-Dieselöle sind entweder reine Destillate oder Gemische von leichteren und schwereren Kraftstoffen. Schweröle sind Mischungen von schwereren Crack- oder Destillationsrückständen mit leichteren Destillaten. Einen klare Grenze zwischen Marine-Dieselölen und Schwerölen oder irgendwelche bindenden Qualitätsangaben gibt es nicht und wird es voraussichtlich niemals geben können, da die Zusammensetzung stark von dem jeweiligen Vorkommen abhängig ist und mit diesem variiert. Qualitätsbindungen würden automatisch eine Verteuerung zur Folge haben und damit den Preisvorteil zumindest teilweise wegfallen lassen. Eine gewisse Beschränkung hat in letzter Zeit hinsichtlich der Viskosität der für Dieselmotorenbetrieb eingesetzten Schweröle stattgefunden. Diese Notwendigkeit ergab sich einmal daraus, dass mit zunehmender Zähflüssigkeit der Aufwand für Vorwärmung zu groß wurde und mit zunehmender Zähflüssigkeit die Höhe der negativen Einflusskomponenten anzuwachsen pflegt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass man nicht mit Sicherheit aus einer hohen Zähflüssigkeit des Schweröles auf das Vorhandensein hoher Schwefelprozente oder eines hohen Conradson-Carbon-Testes schließen kann. Diese Werte sind einzig und allein von der Herkunft des Öles abhängig.
  • Dieselmotor
    Verbrennungsmotor, bei dem der in den Verbrennungsraum eingeblasene oder eingespritzte Kraftstoff sich an der Luftladung entzündet, nachdem diese im Wesentlichen durch die Verdichtung auf eine für die Einleitung der Zündung hinreichend hohe Temperatur gebracht worden ist. Die Dieselmotoren werden, genau wie die Ottomotoren, nach Art der Gemischbildung unterschieden: - Dieselmotor mit Lufteinblasung: Dieselmotor, bei dem der Kraftstoff mit Hilfe von Druckluft in den Zylinder eingeblasen und zerstäubt wird. - Dieselmotor mit direkter Einspritzung: Dieselmotor, bei dem der Kraftstoff direkt in den nicht unterteilten Brennraum eingespritzt wird. - Vorkammer-Dieselmotor: Dieselmotor mit unterteiltem Brennraum, bei dem der Kraftstoff in eine mit dem Arbeitszylinder über eine oder mehrere verhältnismäßig enge Öffnungen in Verbindung stehende Kammer (Vorkammer) eingespritzt wird. Eine gerichtete Luftbewegung in der Kammer ist hierbei nicht erforderlich. - Wirbelkammer-Dieselmotor: Dieselmotor mit unterteiltem Brennraum, bei dem der Kraftstoff in eine mit dem Arbeitszylinder durch eine verhältnismäßig weite Öffnung in Verbindung stehende Kammer eingespritzt wird. Beim Verdichtungsvorgang wird eine gerichtete Luftbewegung erzeugt. - Luftspeicher-Dieselmotor: Dieselmotor mit unterteiltem Brennraum, bei dem der Kraftstoff unmittelbar in den Zylinderhauptraum eingespritzt wird und nur von hier aus in den Luftspeicherraum gelangen kann.
  • Dieselmotorschmierung
    Das Prinzip des Dieselmotors besteht darin, dass im Gegensatz zum Vergasermotor (Ottomotor) reine Luft angesaugt und komprimiert wird. Durch die Verdichtung erhitzt sich die Luft auf rund 600° C und ist damit in der Lage, ohne Fremdzündung den unter sehr hohem Druck aus einer Düse gespritzten Kraftstoff (Gasöl, Dieselöl und sogar Heizöl) zu verbrennen. Der Dieselmotor hat einen weiten Anwendungsbereich gefunden. Er wird als Zweitakt- und Viertaktmaschine für Leistungen von 15 PS bis 22.000 PS gebaut. Leistung und Drehzahl stehen in einem gewissen Verhältnis zueinander. Folgende 3 Faktoren bestimmen die qualitativen Anforderungen an ein Dieselmotorenschmieröl: - Thermische Belastung, die durch konstruktive Merkmale gekennzeichnet ist. - Betriebsverhalten und Betriebseigenarten, für die neben einzelnen konstruktiven Merkmalen auch Einsatzort, Einsatzweise und daraus herrührende, in der Praxis teilweise stark variierende Belastungen bestimmend sind. - Eigenschaften des verwendeten Kraftstoffes. Die Entwicklung des Dieselmotors in den vergangenen Jahrzehnten zeigt, wie auch bei allen anderen Kraftmaschinen, in ganz besonderem Maße das Bestreben, niedrigere Leistungsgewichte zu erreichen. Damit verbunden sind zwangsläufig höhere mittlere Arbeitsdrücke, höhere Drehzahlen, somit also eine höhere thermische Belastung. Auch die Verwendung von Aufladungsaggregaten ist bei Dieselmotoren von Jahr zu Jahr in erhöhtem Maße anzutreffen. Wie bei allen Verbrennungsmotoren ist die Frage des Kraftstoffes und seiner Verbrennungseigenschaften in erster Linie bestimmend für die Qualitätsmerkmale des Schmieröles. Auch der beste Dieselmotorenkraftstoff neigt zu einer im Vergleich mit Ottokraftstoffen wesentlich höheren Rückstandsbildung. Dazu kommt, dass Dieselkraftstoffe auf ungenügende Luftbeimischung und damit unvollständige Verbrennung wesentlich unangenehmer reagieren, d. h. durch eine stark vermehrte Bildung von Rückstandsprodukten in Form von Rußteilen. Weiterhin sind die sauren Anteile in den Verbrennungsgasen der Dieselmotorenkraftstoffe, verglichen mit Ottokraftstoffen, höher und somit stark mitbestimmend für auftretende Rückstandsbildungen. Das Dieselmotorenöl soll in erster Linie die normalen Schmierungsaufgaben erfüllen, d. h. es soll ein Aufeinandergleiten von Metall auf Metall weitestgehend verhindern. Zum anderen soll es einen bestimmten Anteil der Verbrennungswärme abführen. Darüber hinaus ergeben sich jedoch aus den in den beiden vorstehenden Absätzen genannten Tatsachen zusätzliche Anforderungen. Das Öl soll einmal in der Lage sein, den erhöhten thermischen Anforderungen zu genügen. Weiterhin muss es die aus der Verbrennung herrührenden Verschmutzungsanteile, die in das Öl gelangen, in feinverteilter Form in Schwebe halten, evtl. entstandene Ablagerungen zu den Motorstellen wieder ablösen und so die Maschine insgesamt gesehen sauber halten. Insbesondere trifft diese Aufgabe für die lebenswichtigsten Teile, also den Kolben und hier besonders die Kolbenringzone zu. Verkokungen in den Schlitzen von Zweitaktmotoren müssen vermieden werden, gleichfalls Anlagerungen an Ventilen bei Viertaktmotoren. Darüber hinaus sollten die sauren Verbrennungsanteile neutralisiert werden. Die Frage, welche Ölqualität in einem Dieselmotor eingesetzt werden soll, muss dahingehend beantwortet werden, dass nach allen Erfahrungen und Erkenntnissen die Verwendung eines HD-Öles (Heavy-Duty) selbstverständlich sein sollte. Unter allen Umständen ist jedoch ein HD-ÖL dort zu verwenden, wo entweder hohe Belastungen vorliegen oder extrem schlechte Betriebsbedingungen. In beiden Fällen werden an das Öl durch starke Verschmutzung in dem einen Fall oder im anderen Fall durch hohe thermische Belastung und sehr hohe Anforderungen an den Reinheitsgrad des Motors die höchsten Ansprüche gestellt. Die Verwendung eines normalen ungedopten Motorenöles ist somit allenfalls nur noch zu vertreten bei relativ langsam laufenden Motoren, wenn ausgezeichnete Betriebsbedingungen hinsichtlich vollständiger Verbrennung und ausreichend hohen Temperaturniveaus gegeben sind. Aber auch dort muss in diesem Falle aufgrund der Verbrennungseigenschaften des Dieselkraftstoffes mit gewissen schlechteren Betriebsbedingungen gerechnet werden.
  • Dispersion
    Dispersion kommt von dispergere = auseinanderstreuen. In der physikalischen Chemie bezeichnet man als System jedes in sich abgeschlossene Gebilde, das aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzt ist. Homogene Systeme liegen vor, wenn die Bestandteile den von ihnen eingenommenen Raum überall bis zu den molekularen Dimensionen herunter gleichmäßig ausfüllen und nur einen einzige Phase vorliegt, wie z. B. bei Luft und anderen Gasgemischen, Wasser-Alkohol-Gemenge, Lösungen und Mischkristalle. Inhomogene oder heterogene Systeme erfüllen den Raum dagegen nicht gleichmäßig. Hier sind vielmehr die einzelnen Bestandteile, die bei einem heterogenen System als Phase bezeichnet werden, durch einfache oder komplizierte Grenzflächen voneinander getrennt. Als Phase ist ein homogenes Gebiet definiert, das chemisch und physikalisch eine gleichförmige Zusammensetzung aufweist. Wird nun eine Phase in mehr oder weniger feine Teilchen zerteilt und in einen einheitliche zweite Phase gegeben, so liegt ein inhomogenes, und zwar ein disperses System vor, z. B. bei der Suspension von Ton in Wasser. Die zerteilte dispergierte Phase, in dem genannten Beispiel der Ton, ist das Dispensum, die zweite im Überschuss vorhandene, in sich geschlossene, zusammenhängende Phase, das Wasser, ist das Dispergens oder Dispersionsmittel.
E
  • EBV
    Erdölbevorratungsverband e.V., Körperschaft öffentlichen Rechts. Verantwortung zur Mengensicherung für Krisenfälle. Der Kostenaufwand wird durch den sogenannten EBV-Beitrag an den Verbraucher weitergeleitet.
  • Einspritzmotor
    Ottomotor, bei dem der bei Umgebungszustand flüssige Kraftstoff in die Luftladung des Zylinders vor Beendigung der Verdichtung eingespritzt wird.
  • Emissionen
    Emissionen sind die von industriellen und gewerblichen Anlagen ausgehenden Luftverunreinigungen (Schadstoffausstoß). Immission sind die auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder Sachen einwirkenden Luftverunreinigungen (Niederschlag von Emissionen).
  • Emulsionen
    Emulsionen sind Feinzerteilungen von Tröpfchen eines tropfbar flüssigen oder halbflüssigen Stoffes in einer anderen Flüssigkeit, mit welcher die Herstellung einer echten Lösung nicht möglich ist. Der Emulgator fördert diese Tröpfchen-Feinzerteilung. Bei allen Emulsionen unterscheidet man deshalb zwischen dem „zerteilten Anteil“ (disperse Phase, innere Phase), dem Emulgator oder Emulsionsvermittler und dem Dispersionsmittel (äußere Phase). Sofern Öl die „zerteilte Phase“ bildet, aufbereitet in kleinste Tröpfchen, und Wasser das Verteilungsmittel, in dem die Öltröpfchen schwimmen, spricht man von Öl-im-Wasser-Emulsionen.
  • Entschwefelung
    Schwefel ist im Rohöl in sehr verschiedenen Formen enthalten, vom Schwefelwasserstoff bis hin zu sehr komplexen Molekülstrukturen. Besonders die aus Rohöl mit hohem Schwefelgehalt gewonnenen Produkte müssen entschwefelt werden. Dies geschieht im Hydrofiner. Das Rohöl wird mit Wasserstoff vermischt und bei Temperaturen von etwa 400° C und Drücken von 25 bis 70 bar über einen Katalysator geleitet. Dabei verbindet sich der Wasserstoff mit dem Schwefel aus dem schwefelhaltigen Produkt. Der hierbei entstehende Schwefelwasserstoff wird einer sogenannten Claus-Anlage zugeführt, wo unter teilweiser Verbrennung eine Umsetzung in Elementarschwefel und Wasser erfolgt.
  • Erdgas
    Sammelbezeichnung für brennbare, überwiegend aus Methan bestehende Naturgase, deren weitere Bestandteile u. a. Ethan, Propan, Stickstoff, Kohlendioxid, in einigen Fällen auch Schwefelwasserstoff sind. Erdgas ist z. T. gemeinsam mit Erdöl entstanden, z. T. hat es sich im Laufe der Inkohlung aus Kohle gebildet. Es wird hauptsächlich als Brennstoff verwendet. Der Einsatz in Kraftfahrzeugen (direkt oder zur Erzeugung von Methanol oder Wasserstoff als Brennstoffzellenantrieb) ist zurzeit Gegenstand intensiver Forschungen.
  • Erdöl
    Erdöl ist ein natürlich vorkommendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen verschiedenster Zusammensetzung.
F
  • Flammpunkt
    Der Flammpunkt einer Ölmischung aus Komponenten mit weit auseinander liegenden Flammpunkten liegt in der Regel viel näher dem Flammpunkt der Komponenten mit niedrigerem Flammpunkt, z. B. bei zwei Ölen mit einem Flammpunkt von 160° und 210°, zu gleichen Teilen gemischt, erhält man nicht einen Flammpunkt von etwa 185° C, sondern höchstens 165° - 170° C. Streng genommen müsste man als Flammpunkt wieder 160° C erhalten, da die bei 160° C aufflammenden Anteile ja auch im Mischprodukt zuerst entflammen. Dieser Umstand soll bei Ölmischungen nicht außer Acht gelassen werden, da vorher hochflammende Öle beim Vermischen mit niedrig flammenden in ihrem Flammpunkt wesentlich herabgesetzt werden. Bemerkt wird noch, dass der Flammpunkt ständig viskositätsabhängig ist. Daher weisen zwei Kernfraktionen von verschiedenen Grundölen gleicher Viskosität annähernd gleiche Flammpunkte auf.
  • Flugbenzin
    Flugbenzin ist ein hochoktaniger Kraftstoff für Flugzeuge mit Kolbenmotoren (Sport- und kleine Privatflugzeuge). Für Flugbenzin gilt die US-amerikanische Anforderungsnorm ASTM D910.
  • Flugturbinenkraftstoff
    Flugturbinenkraftstoff (Jet fuel, Jet A-1, Düsenturbinentreibstoff) ist ein sorgfältig raffiniertes Petroleum für Turbinentriebwerke der kommerziellen Luftfahrt. Wegen der hohen Anforderungen dieser Triebwerke gelten für diese Kraftstoffart sehr umfassend international einheitliche Qualitätsbestimmungen.
  • Flüssiggas
    Flüssiggas (engl.: Liquified Petroleum Gas, Abk.: LPG) ist die Bezeichnung für die unter Druck verflüssigten Gase Propan und Butan und deren Gemische. Flüssiggas dient in erster Linie für Heiz- und Kochzwecke, kann aber auch als Autogas in entsprechend modifizierten Ottomotoren verwendet werden.
  • Flüssigkeitsgetriebe
    Bei Flüssigkeitsgetrieben (hydraulischen Getrieben) unterscheidet man Druckflüssigkeitsgetriebe sowie Strömungskupplungen und Strömungswandler. Für die Flüssigkeitsgetriebe sind jeweils nur die vom Hersteller freigegebenen und empfohlenen Getriebeöle zu verwenden, da je nach Konstruktionsart völlig verschiedene Anforderungen an die Viskosität und Öleigenschaften gestellt werden. Allgemein gültige Richtlinien lassen sich noch nicht aufstellen.
  • Fob
    Free on board (frei Verschiffungshafen): Lieferung „frei an Bord“ eines Schiffes in einem benannten Verschiffungshafen.
  • Force Majeure
    Höhere Gewalt. Es handelt sich dabei um Ereignisse, die außerhalb des Verantwortungsbereichs der Vertragsparteien liegen und eine Vertragserfüllung verhindern. (z. B. Erdbeben, Unwetter, Streik). Die „Force Majeure“-Klausel entbindet von der Erfüllung eines Vertrages.
  • Furfurol
    Lösungsmittel (chemischer Indikator), das bestimmte Produkte voneinander (selektiv) trennt. Seit 1.4.1976 wird Furfurol zusammen mit einem zollamtlich vorgeschriebenen roten Farbstoff dem leichten Heizöl als Kennzeichnungsmittel zugegeben.
G
  • Gasmotor
    Ottomotor mit Gemischbildung eines bei Umgebungszustand gasförmigen Kraftstoffes.
  • Gasöl
    Entspricht dem englischem „Gasoil“ und meint im heute üblichen Sprachgebrauch „leichtes Heizöl“ (HEL).
  • Grundöle
    Grundöle sind die Ausgangsprodukte für die Herstellung von Schmierölen. Man erhält sie aus der Vakuumdestillation geeigneter Rohöle durch Entparaffinierung (Entwachsung), Entaromatisierung und eine besondere Endbehandlung, früher mit Schwefelsäure und Bleicherde, heute mit Wasserstoff (Hydrofining). Die Einstellung besonderer Eigenschaften erfolgt durch Mischung von Grundölen und durch Verwendung von Additiven.
H
  • Heizwert
    Der Heizwert eines Stoffes ist die Wärmemenge in kcal, die bei der vollständigen Verbrennung von einem kg dieses Stoffes frei wird (kcal/kg). Man unterscheidet zwischen dem oberen und unteren Heizwert. Der obere Heizwert schließt die Kondensationswärme des zu Wasserdampf verbrannten Wasserstoffgehaltes mit ein. Er wird in der Krökerbombe bestimmt. Der untere Heizwert gibt die Menge in kcal/kg an, wie sie in Heizungsanlagen erreicht wird, wo also für den Wasserdampf keine Kondensationsmöglichkeit gegeben ist.
  • Heizöl
    Heizöl gehört zur Gruppe der Mitteldestillate und siedet zwischen 200 und 360 Grad Celsius. Heizöl wird in 2 Sorten angeboten: Als leichtes Heizöl (HEL) zur Wärmeerzeugung und als schweres Heizöl (HS) zur Verbrennung in Industrieöfen oder Schiffsmotoren.
  • Heizölkennzeichnung (Färbung)
    Die Mitteldestillate (leichtes Heizöl und Dieselkraftstoff) sind in ihrer chemischen Zusammensetzung ähnlich. Da leichtes Heizöl mit wesentlich niedrigeren Mineralölsteuern belastet ist als Dieselkraftstoff, hat es Missbrauch von Heizöl als Dieselöl gegeben. Der Bundesrepublik Deutschland entstanden durch diese illegale „Verdieselung“ von Heizöl erhebliche Steuerausfälle. Um den Missbrauch zu verhindern, wird seit dem 1. April 1976 leichtes Heizöl durch Farbbeimischung sowie einen Indikator (Furfurol) gekennzeichnet.
I
  • IP
    Institute of Petroleum, London: Renommierte Einrichtung der Ölindustrie Großbritanniens, die als Diskussionsforum und für die Standardisierung von Testmethoden eingerichtet wurde.
  • IPE
    International Petroleum Exchange, London: Die IPE notiert seit 1981 als Futures-Börse in London vor allem Energie-Futures. An der IPE wird der gesamte Handel mit Videokameras aufgezeichnet. Am aktivsten gehandelt werden die Futures auf Nordseeöl der Qualität Brent und auf Heizöl.
  • IWO
    Institut für Wärme und Oeltechnik e.V., Hamburg (www.iwo.de).
  • Immission
    Immissionen sind die auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder Sachen einwirkenden Luftverunreinigungen.
J
  • Jet fuel
    Jet fuel ist das englische Wort für Flugturbinentreibstoff oder Kerosin.
K
  • Kinematische Viskosität
    Quotient aus dynamischer Viskosität (Zähigkeit) und Dichte des Öles bei Bestimmungstemperatur. Die Einheiten sind Stokes und Centistokes.
  • Kohlenwasserstoffe
    Der einfachste Kohlenwasserstoff ist das Methan CH4, ein Gas (Sumpfgas, Grubengas), bei dem, chemisch gesprochen, an einem einzigen vierwertigen Kohlenstoffatom (C) vier einwertige Wasserstoffatome (H) verankert sind. Der Kohlenstoff hat nun die in der Natur einzigartige Eigenschaft, sich mit sich selber zu verankern und C-Ketten und C-Ringe zu bilden und damit die Wunderwelt organischer Verbindungen zu schaffen. Kettenkohlenwasserstoffe von geringer Länge der C-Kette, etwa von C5 bis C10, sind leichtsiedende Flüssigkeiten, die Benzine; solche mit einer Molekulargröße von C10 bis C20 sind Petroleum und Gasöl, und Kohlenwasserstoffe mit mehr als 20 C-Atomen im Molekül haben ölartigen Charakter. Die C-Atome können nun geradlinig miteinander verbunden sein (normale Kettenkohlenwasserstoffe) oder aber verzweigt (isomere Kohlenwasserstoffe). Es ist seit Langem bekannt, dass die n-Benzine zur Verbrennung als Betriebsstoff in Vergasermotoren völlig ungeeignet sind, weil sie das lästige Motorklopfen verursachen. Die i-Benzine hingegen sind klopffest. Bei den Dieselkraftstoffen ist es gerade umgekehrt, denn die n-Kohlenwasserstoffe gelten erfahrungsgemäß als außerordentlich zündwillig, die i-Kohlenwasserstoffe sind zündwidrig. Bei den Schmierölen verursachen die n-Kohlenwasserstoffe paraffinische Ausscheidung und schlechtes Kälteverhalten, die i-Kohlenwasserstoffe sind auch in starker Kälte flüssig und darum als Schmierölbestandteile beliebt.
  • Konversionsverfahren
    Die durch Destillation zu erzielenden Produktausbeuten lassen sich durch die Auswahl geeigneter Rohölsorten steuern. Diese Maßnahme allein reicht jedoch häufig nicht aus, um der Nachfrage nach bestimmten Produkten zu entsprechen. Der ständig zunehmende Bedarf an leichten Produkten wie z. B. Benzin und die rückläufige Nachfrage nach schwerem Heizöl erfordern Verfahren, die hochsiedende Kohlenwasserstoffe in niedrig siedende umwandeln können. Dieser Prozess erfolgt in Crackern, in denen die langkettigen Moleküle in kürzere gespalten werden. Die drei Verfahrensarten sind thermisches Cracken, katalytisches Cracken und Hydro-Cracken.
M
  • MA
    Moving Average (gleitender Durchschnitt), Börsenindikator.
  • Methan
    Methan ist ein farb- und geruchloses, nicht giftiges und brennbares Gas, das sich bei der anaeroben Verwesung von tierischen und pflanzlichen Teilen bildet. Methan ist Hauptbestandteil des Erdgases, Begleiter des Erdöls und Teil des Kokerei- und Stadtgases. Es setzt sich aus einem Atom Kohlenstoff und vier Atomen Wasserstoff zusammen (chemische Formel: CH4).
  • Methanol
    Methanol (Methylalkohol, Siedepunkt 65 Grad Celsius) ist der vom chemischen Aufbau her der einfachste Alkohol und nicht zu verwechseln mit dem „Trinkalkohol“ (Ethanol). Methanol ist giftig. Nach heutigem Stand der Technik kann Methanol aus einer ganzen Reihe von Rohstoffen hergestellt werden: aus schweren Ölrückständen, aus Erdgas, aus Braunkohle und Steinkohle, aus Holz und kohlestoffhaltigen Anfällen. In einem Gemeinschaftsprojekt „Alternative Energien für den Straßenverkehr“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) und der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle (DGMK) wurde die Verwendung von Methanol als Kraftstoff (im direkten Einsatz, M 100 und als Benzin-Methanol-Mischkraftstoff, M 15 oder M 3) untersucht und dokumentiert.
N
  • NYMEX
    New York Mercantile Exchange - Futuresbörse in New York. Als Butter and Cheese Exchange of New York 1872 gegründet, wurde sie 1882 in New York Mercantile Exchange umbenannt.
O
  • OPEC
    Die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries), Organisation der Erdöl exportierender Länder, wurde im Jahr 1960 gegründet. Das Kartell hat seinen Geschäftssitz in Wien. Mitglieder sind: Algerien, Indonesien, Iran, Irak, Kuwait, Libyen, Nigeria, Qatar, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Venezuela.
  • Oktanzahl
    Bei der Bestimmung der Klopffestigkeit wird ein besonderer Einzylinder-Prüfstandsmotor verwendet. Ja nach Arbeitsbedingungen liefert er die ROZ (Research-Methode) oder die MOZ (Motor-Methode). Alle Einzelheiten des Messverfahrens sind in DIN 51 756 festgelegt. Beide Oktanzahlen charakterisieren unterschiedliche Kraftstoffeigenschaften, die MOZ ist insbesondere ein Hinweis auf das Hochgeschwindigkeits-Klopfverhalten. Die ROZ ist in Deutschland durch die Norm DIN EN 228 (Ottokraftstoff) für Normalbenzin auf mindestens 91, für Superbenzin auf mindestens 95 und für Super Plus auf mindestens 98 festgelegt.
  • Olefine
    Ein Sammelausdruck für einfach ungesättigte Kohlenwasserstoffe. Sie sind aufgrund einer Doppelbindung besonders gut für die Polymerisation, d. h. die Aneinanderkettung von Molekülen, geeignet, Polyolefine sind das Ausgangsprodukt für eine Vielzahl von Kunststoffen.
  • Otto-Kraftstoffe
    Die Prüfung erfolgt im CFR-Motor (CFR = Cooperative Fuel Research Comittee). Beide Einzylindermotoren arbeiten nach dem gleichen Prinzip und unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die Abmessungen und den beim IG-Prüfmotor etwas vergrößerten Prüfbereich. Das Verdichtungsverhältnis kann durch Verstellen des Zylinders während des Betriebes verändert werden. Die Prüfung erfolgt in der Weise, dass die Verdichtung durch Verstellen des Zylinders solange vergrößert wird, bis sich bei Verwendung des zu prüfenden Kraftstoffes ein deutliches Klopfen zeigt. Zum Vergleich wird herangezogen eine Mischung aus Iso-Oktan C8H18 als klopffeste Komponente und Normal-Heptan C7H16 als klopffreudige Komponente. Der Oktan-Gehalt derjenigen Mischung, die bei gleicher Zylindereinstellung wie bei dem zu prüfenden Kraftstoff, zu klopfen beginnt, ergibt die Kennziffer für den betreffenden Kraftstoff, die sogenannte Oktan-Zahl (O.Z.). Oktan-Zahl 80 bedeutet also, dass ein Kraftstoff gleiche Klopffestigkeit hat wie eine Mischung von 80 Vol.% Iso-Oktan und 20 % Normal-Heptan.
  • Ottomotor
    Verbrennungsmotor, bei dem die Verbrennung des verdichteten Kraftstoff-Luft-Gemisches durch zeitlich gesteuerte Fremdzündung eingeleitet wird. Die Ottomotoren werden nach Art der Gemischbildung weiter unterschieden.
P
  • Petroleum
    Petroleum ist ein als Brennstoff, als Leuchtöl und zu Putzzwecken benutzte Fraktion der Rohöldestillation im Siedebereich von etwa 150 Grad Celsius bis 250 Grad Celsius. Hauptverwendungszweck von Petroleum ist der Einsatz als Flugturbinenkraftstoff, wie er in der Luftfahrt verwendet wird. Die englische Bezeichnung für Petroleum ist Kerosin (Kerosene). „Petroleum“ in englischsprachigen Texten bedeutet „Mineralöl“.
  • Petrolkoks
    entsteht durch die Verkokung von Erdölrückständen im Coker. Er enthält noch flüchtige Kohlenwasserstoffe (Grünkoks), die durch eine Weiterverarbeitung (Kalzinierung) ausgetrieben werden. Grünkoks wird in der industriellen Wärmeerzeugung verwendet, kalzinierter Petrolkoks (Kalzinat) als Elektrodenkoks in der Aluminiumindustrie.
  • Primärenergien
    Primärenergien sind Naturprodukte, die ohne Umwandlung als Brennstoffe eingesetzt werden können. Zu ihnen zählen neben den fossilen Energieträgern Mineralöl, Erdgas, Steinkohle und Braunkohle auch Kernbrennstoffe wie Uran und regenerative Energiequellen wie Wasserkraft, Sonne und Wind. In einem Gemeinschaftsprojekt „Alternative Energien für den Straßenverkehr“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) und der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle (DGMK) wurde die Verwendung von Methanol als Kraftstoff (im direkten Einsatz, M 100 und als Benzin-Methanol-Mischkraftstoff, M 15 oder M 3) untersucht und dokumentiert.
  • Prüfmotoren
    Bei flüssigen Kraftstoffen für Verbrennungsmotoren ist die Kenntnis ihres Zündverhaltens wichtig und für ihre Einsatzfähigkeit in bestimmten Motorentypen unter Umständen entscheidend. Hierbei ist eindeutig zu unterscheiden zwischen den Vergaserkraftstoffen (Benzol, Benzin), bei denen die Klopffestigkeit, d. h. die Widerstandsfähigkeit gegen Selbstentzündung, maßgebend ist, während beim Diesel-Kraftstoff der Zündverzug, d. h. die Zeitspanne zwischen Einspritzen des Kraftstoffes und Entzündung desselben, interessiert.
S
  • Schmierölzusätze (Oil-Additives)
    Bei der Raffination von Mineralölen, insbesondere bei der Raffination mit auswählenden Lösungsmitteln, werden aus diesen Inhaltsstoffe entfernt, die nicht nur schmiergeeignet sind, sondern auch für die Stabilität der Mineralschmieröle wesentlich sind. Es ist also nach einer scharfen bzw. weitgehenden Raffination dafür zu sorgen, dass den Kohlenwasserstoffölen fehlende, nützliche Begleitstoffe wieder oder sogar in vermehrter Menge zugesetzt werden. Darüber hinaus hat man erkannt, dass es den Mineralölen für bestimmte Verwendungszwecke generell an gewissen Inhaltsstoffen mangelt, deren künstlicher Zusatz sich empfiehlt. So ist es im rußreichen Dieselmotorenbetrieb, besonders bei Verbrennung schwefelreicher Kraftstoffe üblich, den Motorenölen Zusätze zu geben, die von einer gewissen Reinigungs- (Detergent-) Wirkung sind und die Fremdkörper gleichzeitig in bestmöglicher Feinverteilung erhalten, also guten Dispersant-Effekt zeigen. Um den Kältestart von Motorenölen zu verbessern, macht man Zusätze an sog. Stockpunkt-Erniedrigungsmitteln bzw. V.I. Verbesserungsstoffen, und für die Stärkung der Schmierkraft von Ölen zwischen hochbelasteten Gleitflächen, so den schräg- oder pfeilverzahnten Getrieben, und für gewisse Fälle der Metallbearbeitung sind die alterungsempfindlichen Fettölverschnitte der Mineralöle ganz oder teilweise durch Extreme-Pressure-Lubricants (kurz EPL) verdrängt worden. Aus dieser knappen Darstellung ergibt sich schon die zweckmäßige Gliederung jener Vielzahl chemischer Substanzen, die heute, teils technisch berechtigt, teils ein Ausdruck der Mode, als Schmierölzusätze Verwendung finden. (Mit Absicht wird die neue Einteilung der unlegierten und legierten Motorenöle in die Gruppen ML, MM, MS, DG, und DS, wie sie in den USA üblich ist, hier nicht übernommen, weil hier nicht nur Motorenölzusätze besprochen werden. Hersteller und Verbraucher von Motorenölen haben sich bei uns zulande jetzt so an Begriffe wie "Premium"- und "Heavy Duty"-Öle, Stockpunkt- und Viskositätsverbesserer, sowie Hochdrucksätze gewöhnt, dass man durchaus nicht im Gestrigen stehen bleibt, wenn man diese auch sachlich fundierte Einteilung beibehält und bis zum gegenwärtigen Kenntnisstand ausgestaltet.
V
  • Vakuum-Destillation
    Unter Vakuum-Destillation versteht man eine Destillation in einem System, das man während der Destillation durch Vakuumpumpen unter vermindertem Druck hält. Damit erreicht man, dass eine Flüssigkeit oder ein Flüssigkeitsgemisch bei einer weit niedrigeren Temperatur siedet als bei atmosphärischem Druck. Es ist bekannt, dass Wasser in Höhe des Meeresspiegels bei 100° C siedet und am Montblanc in 4800 m Seehöhe und bei wesentlich vermindertem Luftdruck bereits bei 84° C. Bringt man ein mit Wasser gefülltes Gefäß aber auf eine Luftleere von 30 mm Quecksilbersäule, so beginnt das Wasser schon bei Zimmertemperatur zu sieden. Von diesen physikalischen Erkenntnissen macht nun sowohl das Untersuchungslaboratorium, wie auch die Ölindustrie, in besonderen Fällen Gebrauch, um wertvolle Öle einer besonders schonenden Destillation ohne jegliche Zersetzung der Öldämpfe zu unterwerfen. Das Laboratorium kann zu Untersuchungszwecken Hochvakuum von 0,1mm Quecksilbersäule (Hg oder QS) und darunter anwenden, die Industrie begnügt sich meist mit Vakuum von 0,1 - 10mm Hg oder mit 20 - 50mm Hg und Wasserdampfbehandlung. Wendet man bei Ölen ein Vakuum von 50mm Hg an und liegt ihr Siedebereich bei diesem Vakuum zwischen 150° und 350° C, so wäre ohne Anwendung von Vakuum der Siedebereich 240° - 470° C, wobei man sicher sein könnte, dass über 400° C eine lebhafte Zersetzung und Aufspaltung des Öles eintreten würde.
  • Verbrennungsmotor
    Kolben-Wärmekraftmaschine mit innerer Verbrennung.
  • Verbrennungsmotoren-Schmierung
    Die nachstehende Zusammenstellung über die Schmierung von Verbrennungsmotoren kann im Rahmen dieses Nachschlagewerkes selbstverständlich nur die grundsätzlichen Gesichtspunkte aufzeigen. Hauptzweck der Schmierung von Verbrennungsmotoren ist, wie bei allen Maschinen, ein Aufeinandergleiten von Metall auf Metall ganz oder weitgehend zu verhindern. Daneben soll das Schmieröl in den Arbeitszylindern die Dichtwirkung der Kolbenringe unterstützen. Darüber hinaus hat das Schmieröl in den letzten Jahren in zunehmendem Maße die Aufgabe mit übernommen, ungünstige Einflüsse aus der Verbrennung des Kraftstoffes, wie sie sich aus der Bildung von Verbrennungsrückständen oder sauren Verbrennungsprodukten ergeben, zu inhibieren. Zu erwähnen ist noch, dass das Schmieröl an sämtlichen Lagerstellen neben der Schmierung auch noch die Aufgabe zu erfüllen hat, einen Teil der entstehenden Reibungswärme abzuführen. Auch beim Verbrennungsmotor ist der Idealfall der hydrodynamischen Schmierung, soweit möglich, verwirklicht. Mischreibung ist jedoch konstruktiv nicht ganz zu vermeiden. Sie ergibt sich teilweise als Folge der oszillierenden Bewegung der Kolben und der sich daraus ergebenden Massenträgheitskräfte in Verbindung mit den Gaskräften, weiterhin aus den konstruktiv notwendigen Kraftübertragungselementen. Mischreibung liegt vor bei dem ventilsteuerungsoberen und -unteren Totpunkt, zwischen Kolben- und Zylinderwand sowie nach neuesten Forschungen punktförmig auch in den Pleuellagern. Der prozentuale Anteil der Mischreibung an der Gesamtreibung variiert in Abhängigkeit von konstruktiven Merkmalen, sowie von der Drehzahl und mittleren Kolbengeschwindigkeit.
  • Vergasermotor
    Ottomotor, bei dem der bei Umgebungszustand flüssige Kraftstoff außerhalb des Zylinders mit Hilfe eines Vergasers der Luft beigemischt wird.