Gaspreisentwicklung 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der europäische Erdgasmarkt war im dritten Quartal von einem starken Aufwärtstrend geprägt. Langfristige Lieferkontrakte legten zwischen Juli und Ende September deutlich zu.
- Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus sorgten für hohe Volatilität und anhaltenden Preisdruck.
- Unterdurchschnittliche Gasspeicherfüllstände in Europa und eine angespannte LNG-Versorgung erhöhen die Sorge vor Engpässen im Winter und wirken preisstützend.
Geopolitische Spannungen prägen Gaspreisentwicklung
Haupttreiber der volatilen Gaspreisentwicklung an den europäischen Märkten war die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten. Der Konflikt im Iran sowie die weiterhin eingeschränkten Durchfahrtsmöglichkeiten in der Golfregion sorgten für Unsicherheit an den Energiemärkten.
Auf der Angebotsseite waren die LNG-Importe zwar stabil, lagen jedoch unter dem Vorjahresniveau. Belastet wurde die Angebotslage zudem durch Wartungsarbeiten an der Pipeline-Infrastruktur in Norwegen und den USA, nach deren Abschluss jedoch die Gasflüsse in die europäischen Länder wieder zunahmen.
Wie hoch ist der aktuelle Füllstand der Gasspeicher Deutschland?
Zusätzliche Unterstützung kommt von den weiterhin niedrigen europäischen Gasspeicherständen. Laut internationalen Medien fehlen Europa noch mehr als 100 TWh Gas, um einen Füllstand von 75 Prozent zu erreichen. Zwar hält die EU-Kommission 80 Prozent vor dem Winter für möglich, die Einspeicherung hat sich zuletzt aber wieder verlangsamt, was das Risiko für leere Speicher und hohe Preise im Winter festigt.
Ein risikoreiches viertes Quartal
Insgesamt war die Entwicklung am europäischen Erdgasmarkt im dritten Quartal 2026 maßgeblich von den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten geprägt: Solange keine nachhaltige Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran eintritt und die LNG-Versorgungslage angespannt bleibt, ist weiterhin mit einer hohen Preisvolatilität und tendenziell festen Erdgasnotierungen zu rechnen. Gleichzeitig sorgen unterdurchschnittliche Speicherfüllstände für Preisunterstützung.
Zusammensetzung des Gaspreises
Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für den Einkauf von Gas abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:
Netznutzungsentgelte, Kosten für Vertrieb und Abrechnung, Steuern und Abgaben
Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei 20.000 kWh
- 22 % Netzentgelte und Konzessionen
- 34 % staatlich festgelegte Steuern und Abgaben
- 36 % Kosten für Beschaffung
- 8 % Kosten für Vertrieb und Abrechnung (MONTANA)
(Quelle MONTANA, Stand: Januar 2026)
Zwischen Versorgungssorgen und Marktberuhigung
Die Erdgaspreisentwicklung 2025 war von starken Schwankungen geprägt. Zu Jahresbeginn sorgten das Auslaufen des russisch-ukrainischen Gastransits, kalte Temperaturen, niedrige Speicherstände und geopolitische Unsicherheiten für einen deutlichen Preisanstieg. Im Februar erreichten die Gasnotierungen ihren Jahreshöchststand.
Ab dem Frühjahr entspannte sich die Marktlage jedoch spürbar. Milde Witterung, hohe LNG-Importe und Fortschritte bei den europäischen Speicherregelungen führten zu sinkenden Preisen. Im weiteren Jahresverlauf bewegte sich der Markt überwiegend seitwärts. Während geopolitische Risiken und Diskussionen über den Ausstieg aus russischen Gasimporten für Unsicherheit sorgten, stützten eine gute Versorgungslage und gut gefüllte Speicher die Marktstabilität.
Zum Jahresende setzte sich der Preisrückgang fort. Hohe LNG-Lieferungen, stabile norwegische Gasimporte und eine schwache Konjunktur dämpften die Nachfrage. Insgesamt entwickelte sich der Gasmarkt 2025 von einer anfänglich angespannten Versorgungssituation hin zu einer deutlich entspannteren Marktphase mit fallenden Preisen.
Geopolitische Risiken treiben den Erdgasmarkt
Der europäische Erdgasmarkt startete 2024 mit hohen Speicherständen, einer guten Versorgungslage und milden Temperaturen, wodurch die Preise zunächst deutlich sanken.
Ab dem Frühjahr drehten die Märkte jedoch nach oben: Geopolitische Spannungen, Unsicherheiten über den zukünftigen Ukraine-Transit, eine starke LNG-Nachfrage aus Asien sowie Wartungen und Störungen bei wichtigen Lieferanten führten zu steigenden Risikoprämien und höheren Preisen.
Trotz rekordhoher Speicherfüllstände und einer schwachen europäischen Nachfrage blieb die Preisentwicklung im weiteren Jahresverlauf volatil. Zum Jahresende erreichten die Gaspreise zunächst ihren Höchststand, bevor sie aufgrund milderer Wetterprognosen und einer weiterhin stabilen Versorgung wieder nachgaben. Insgesamt war 2024 von dem Spannungsfeld zwischen einer komfortablen Versorgungssituation und anhaltenden geopolitischen Risiken geprägt.
Robert Duranec
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