Erzeugen Solaranlagen im Herbst Strom?
Das Wichtigste in Kürze
- Selbst bei bewölktem Himmel und diffusem Licht erzeugen Solaranlagen Strom, wenn auch mit geringer Leistung im Vergleich zum Sommer.
- Eine Photovoltaikanlage erzeugt in den Monaten September bis November durchschnittlich rund 16 % des Jahresertrags.
- Häufig sind die Wartezeiten außerhalb der Hauptsaison geringer. In Kombination mit einem Stromspeicher und einer regelmäßigen Reinigung der Module lässt sich der Eigenverbrauch optimieren und die Energieunabhängigkeit auch im Herbst erhöhen.
Wie hoch ist der Ertrag einer Solaranlage im Herbst?
Eine typische 8-kWp-Anlage [BK4.1]für ein Eigenheim erzeugt im Durchschnitt zwischen 6.000 und 8500 kWh pro Jahr. Davon entfallen circa 1.210 kWh in den Spitzenmonat Juni, im Oktober sind es 470 kWh. Im Vergleich zum Sommer, der mit circa 500 kWh/kWp etwa 50% des Jahresertrags ausmacht, können die Herbst-Monate September-November mit knapp 160 kWh/kWp ungefähr 16% Jahresertrag erzeugen.
Für eine typische 8 kWp-Anlage mit circa 8.000 kWh pro Jahr ergeben sich auf Basis der Deutschland-Durchschnittswerte:
- September ca. 670 kWh
- Oktober ca. 470 kWh
- November ca. 230 kWh
Allein in den drei Herbst-Monaten kann eine Photovoltaikanlage damit den groben Jahresverbrauch eines sparsamen Zwei-Personen-Haushalts erzeugen.
Tabelle zum PV-Ertrag in Deutschland
Die Sonneneinstrahlung – genauer gesagt: die Globalstrahlung – beeinflusst den Ertrag einer Solaranlage je nach Standort. Die Globalstrahlung meint die gesamte Sonnenenergie, die auf eine horizontale Fläche trifft, etwa Solarmodule. In den Sommermonaten ist die Globalstrahlung höher als in den Wintermonaten, ebenso wie sie zur Mittagszeit höher ist als in den Abendstunden. Gemessen wird sie in Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m²).
Sonneneinstrahlung in Deutschland 2024
Diese Tabelle zeigt den monatlichen PV-Ertrag für Solaranlagen unterschiedlicher Größen:
| Monat | Globalstrahlung in kWh/m² | Durchschnittlicher PV-Ertrag einer 5 kWp Anlage in kWh | Durchschnittlicher PV-Ertrag einer 10 kWp Anlage in kWh | Durchschnittlicher PV-Ertrag einer 15 kWp Anlage in kWh |
| Januar | 26 | 130 | 260 | 390 |
| Februar | 36 | 180 | 360 | 540 |
| März | 80 | 400 | 800 | 1.200 |
| April | 117 | 585 | 1.170 | 1.755 |
| Mai | 161 | 805 | 11.610 | 2.415 |
| Juni | 165 | 825 | 1.650 | 2.475 |
| Juli | 172 | 860 | 1.720 | 2.580 |
| August | 159 | 795 | 1.590 | 2.385 |
|
September |
101 | 505 | 1.010 |
1.515 |
| Oktober | 55 | 275 | 550 | 825 |
| November | 24 | 120 | 240 | 360 |
| Dezember | 16 | 80 | 160 | 240 |
PV-Ertrag über das Jahr in kWh/kWp
Monatliche Erträge einer 5 kWp PV-Anlage in Deutschland, durchschnittlich in kWh pro kWp.
Lohnt sich Photovoltaik im Herbst wirtschaftlich?
Ja, PV lohnt sich im Herbst und Winter, denn eine Photovoltaikanlage liefert etwa 20 bis 25 Prozent des Gesamtertrags im letzten Quartal – das sind bei einer 10 kWp PV-Anlage immer noch 2.000 bis 2.500 Kilowattstunden Strom im Jahr.
In beiden Fällen hilft ein PV-Speicher, mehr selbsterzeugten Strom zu nutzen:
- Im Sommer erzeugen Solarmodule gerade zur Mittagszeit oft mehr Strom, als im Haushalt direkt verbraucht wird. Dieser Strom kann gegen eine Einspeisevergütung ins Stromnetz eingespeist werden, die allerdings in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Ein Stromspeicher ermöglicht es, den tagsüber produzierten Strom abends zu verbrauchen.
- Im Herbst und Winter produzieren Solaranlage weniger Strom. Photovoltaik lohnt sich auch in der kalten Jahreszeit, jedoch ist es im Winter noch wichtiger, dass den Strom effizient zu nutzen. Auch hier ist ein Speicher die Lösung – gekoppelt mit einem intelligenten Energiemanagementsystem, das die Stromflüsse bestmöglich steuert.
So hoch ist der Ertrag einer Solaranlage im Herbst
Somit werden nur 27% der jährlich erwarteten Sonnenergie in den dunklen Monaten vom Oktober – März erzeugt. Allerdings ist auch dieses Viertel nicht zu unterschätzen, schließlich spielen die goldenen Herbsttage gerade in Zeiten des Klimawandels eine immer größere Rolle.
In der Grafik sehen Sie den Anteil des möglichen Ertrags im Jahr 2024.
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Ganzjährige Stromproduktion, trotz saisonaler Schwankungen
Im Herbst erzeugt eine Photovoltaikanlage unter anderen Bedingungen Energie als in den vielen Sonnenstunden des Sommers. Um Energieunabhängigkeit auch im Herbst zu garantieren, sind die folgenden Aspekte relevant:
Höhere Stromerträge sind nur mit sauberem Solarglas möglich – gerade bei den herausfordernden Bedingungen im Herbst ist deswegen ein Blick mehr aufs Dach entscheidend. Regen und Wind allein können herunterfallende Herbstblätter nicht garantiert selbst herunterspülen.
Mit Ökostromtarif ergänzen:Die Zeiten, in denen eine Solaranlage nicht den gesamten Energiebedarf decken kann, können mit zertifiziertem Ökostrom abgedeckt werden, beispielsweise dem dynamischen Stromtarif von MONTANA.
Solarstrom im Herbst speichern:Für überschüssige Energie aus Solaranlagen sind Batteriespeicher ein wichtiges Tool, um die wenigen Sonnenstunden zu nutzen. Die PV-Anlage sammelt in den Sonnenstunden im Herbst zwischen 8-17 Uhr, die der Haushalt dann in den Abendstunden über den Batteriespeicher nutzen kann.
Welche weiteren Faktoren beeinflussen den Ertrag einer Solaranlage?
Im Sommer gibt es mehr Sonnenstunden als im Winter – und damit auch höhere Erträge. So viel ist klar. Doch auch weitere Einflussfaktoren wirken sich auf die Energieerzeugung einer PV-Anlage aus.
- Module: Je nach kWP-Zahl und Leistung der PV-Module produzieren PV-Anlagen unterschiedlich große Erträge. Qualitätsmodule, etwa von Solarwatt, haben einen hohen Wirkungsgrad.
- Standort: Die Sonneneinstrahlung variiert abhängig von der geografischen Lage. Im Süden Deutschlands gibt es mehr Sonnenstunden als im Norden, wodurch die Erträge steigen.
- Ausrichtung: Eine Südausrichtung der PV-Module maximiert den Ertrag. Bei einer Ost- oder Westausrichtung erreicht die Anlage aber immer noch etwa 80 bis 90 Prozent des Maximalwerts. Solche Anlagen produzieren morgens und nachmittags am meisten Strom – die Energieerzeugung verläuft gleichmäßiger. Auch ein gutes Norddach (mit weniger als 40 Grad Dachneigung) kann bis zu 70 Prozent der Leistung eines Süddachs erbringen.
- Neigung: Ein optimaler Neigungswinkel der Solarmodule zwischen 30 und 45 Grad kann den Ertrag deutlich steigern.
- Zubehör: Die Leistung der Photovoltaikanlage hängt nicht nur von den Modulen ab, sondern auch von Komponenten wie Wechselrichtern und Kabeln. Moderne Wechselrichter haben einen Wirkungsgrad zwischen 96 und 98 Prozent, sodass es hier kaum zu Verlusten kommt.
- Wetter: Schwankungen bedingt durch das Wetter können den PV-Ertrag im Tages- und Jahresverlauf stark beeinflussen. Ein besonders sonniges Jahr kann also höhere Erträge bringen, während viele bewölkte Tage den Ertrag schmälern.
- Verschattung: Schatten durch bauliche Elemente wie Dachgauben, Schornsteine oder Satellitenschüsseln sowie Bäume können den PV-Ertrag erheblich mindern.
- Photovoltaik im Herbst reinigen: Im Sommer spielt die Verschmutzung der Solarmodule keine große Rolle für den Ertrag. Im Herbst dagegen kann Laub auf Solarmodulen landen. Um auch bei Regenwetter von PV-Strom zu profitieren, ist eine regelmäßige Reinigung der Solaranlage empfehlenswert.
Installation einer Solaranlage im Herbst
Auch wenn die Leistung der Photovoltaikanlage in den kalten Jahreszeiten nachlässt, ist Photovoltaik auch im Herbst eine gute Investition. Beispielsweise kann die Wartezeit geringer ausfallen, da Anbieter durch die geringere Nachfrage mehr Installationskapazitäten haben. Außerdem zeigte sich in den Tabellen, dass im Herbst ein Viertel des Ertrags anfällt. Wer die Installation auf das Frühjahr verschiebt, verzichtet auf mögliche Solarerträge während der Herbst- und Wintermonate.
Ihr Experte für Solar in München
Carolin Will
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