Erdgas-Preisentwicklung: Ursachen und Hintergründe
Das Wichtigste in Kürze
- Die Situation an den Beschaffungsmärkten hatte sich nach den Krisenjahren 2022 und 2023 im Verlauf des Jahres 2025 weiter stabilisiert - bis der Iran-Krieg im März 2026 die Gaspreise weltweit in die Höhe springen lässt.
- Die Handelsströme haben sich seit der Energiekrise maßgeblich verschoben: Russische Gasimporte wurden weitestgehend durch Gaslieferungen aus Norwegen und Holland sowie durch den Bezug von LNG (Flüssigerdgas) ersetzt. Bis Ende 2027 will die EU auf Importe von Ergas und Flüssigerdgas aus Russland komplett verzichten.
- Auch wenn die Speicher zu Beginn der Wintersaison 2025/26 einen geringeren Füllstand als in den Vorjahren aufwiesen, war die Versorgungslage stabil. Die Importe aus Norwegen als Hauptlieferant sowie die LNG-Importe sind durch langfristige Verträge gesichert.
Ursachen und Hintergründe der Entwicklung
Die Börsenpreise für Erdgas sind im Jahresverlauf 2025 insgesamt gesunken - trotz vorübergehender Anstiege infolge von geopolitischen Spannungen. Im März 2026 erlebt der Markt starke Preissprünge, nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen haben. Wie lange die Preise hoch bleiben und wie sehr sich das auf die Haushalte auswirken wird, ist derzeit noch unklar.
Rückgang der Nachfrage
Deutschland und Europa ist es gelungen, Erdgas einzusparen und zum Teil durch andere Energieträger zu ersetzen. Haushalte und Industrie verringerten ihren Verbrauch. Der Rückgang betrug zuletzt (Dezember 2025) 24 Prozent gegenüber den Mittelwerten der Jahre 2018 bis 2021.
Ersatz durch Importe aus anderen Ländern sowie Rückgriff auf Flüssigerdgas (LNG)
Russisches Pipelinegas wurde durch Lieferungen aus anderen Ländern, vor allem aus Norwegen und den Niederlanden, sowie durch Flüssigerdgas, zu einem großen Teil aus den USA, erfolgreich substituiert. Die Angebotssituation kann insgesamt als entspannt bezeichnet werden. Der Markt reagiert zwar nervös auf Bauarbeiten und eingeschränkte Lieferkapazitäten dieser Ersatzrouten, doch seit Inkrafttreten dieser Lösung kam es nicht zu Engpässen.
Russland hat für die europäische Energieversorgung stark an Bedeutung verloren. Restlieferungen via Pipeline in andere europäische Länder (u.a. Ungarn) sowie der Import von flüssigem Erdgas aus Russland sollen bis Ende 2027 vollständig beendet werden.
Speicherstände unterdurchschnittlich
Auch wenn die Füllstände zu Beginn der Wintersaison 2025/26 weniger hoch als in den Vorjahren waren und die Speicherfüllstände zum Ende des Winters nur bei gut 20 % lagen, besteht kein Anlass zur Sorge. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung derzeit als gering ein.
Neben den Gasimporten aus Norwegen, die durch langfristige Verträge abgesichert sind, sind die neuen LNG-Terminals an der deutschen Küste in kurzer Zeit zu einem zentralen Baustein der Gasversorgung geworden: Die Gasmengen können bedarfsorientiert und flexibel beschafft und in das Gasnetz eingespeist werden.
Zusammensetzung des Gaspreises
Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für den Einkauf von Gas abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:
Netznutzungsentgelte, Kosten für Vertrieb und Abrechnung, Steuern und Abgaben
Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei 20.000 kWh
- 22 % Netzentgelte und Konzessionen
- 34 % staatlich festgelegte Steuern und Abgaben
- 36 % Kosten für Beschaffung
- 8 % Kosten für Vertrieb und Abrechnung (MONTANA)
(Quelle MONTANA, Stand: Januar 2026)
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Robert Duranec
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