07.07.2026

Strompreisentwicklung

Im zweiten Quartal 2026 zeigte sich der Strommarkt insgesamt seitwärtsgerichtet – allerdings auf einem weiterhin hohen Niveau. Zu Quartalsbeginn stand der Frontjahreskontrakt unter starkem Druck und erreichte zwischenzeitlich rund 100 €. Der Preis stabilisierte sich im Mai weitgehend und gab zum Quartalsende wieder leicht nach. Der Frontjahreskontrakt notierte zuletzt bei knapp 93 €. Insgesamt ergibt sich damit ein seitwärts gerichteter Trend, geprägt von zwischenzeitlich deutlichen Preisausschlägen.
Grafische Darstellung von Marktdaten – Analyse der aktuellen Strompreisentwicklung

Das Wichtigste in Kürze

  • Strompreise blieben im 2. Quartal 2026 auf hohem Niveau weitgehend seitwärtsgerichtet, trotz deutlicher Schwankungen.
  • Geopolitische Entwicklungen bestimmten die Preisbewegungen maßgeblich: Vor allem die Spannungen im Nahen Osten erhöhten die Strompreise über den Gasmarkt und den Emissionshandel.
  • Für das nächste Quartal werden leicht sinkende Preise erwartet, gestützt durch niedrigere Gaspreise, mehr Windstrom und hohe PV-Erzeugung. Gleichzeitig bleibt der Markt anfällig für neue geopolitische Risiken und Wetterbedingungen, sodass weiterhin mit erhöhter Volatilität zu rechnen ist.

Strommarkt hochsensibel gegenüber politischen Entwicklungen

Insgesamt zeigte sich eine hohe Sensitivität des Strommarktes gegenüber politischen Entwicklungen. Veränderungen im geopolitischen Umfeld wurden primär über den Gaspreis sowie demn Emissionsmarkt auf den Strommarkt übertragen und sorgten für die beobachtete Volatilität.

  • Nahost-Konflikt und Golfregion:
    Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten stellten über das gesamte Quartal hinweg den wichtigsten geopolitischen Treiber dar. Sie führten zu Risikoaufschlägen am Gasmarkt, die sich direkt in höheren Strompreisen niederschlugen.
  • Iran und Straße von Hormus:
    Wiederkehrende Spekulationen über eine mögliche Einigung im Iran-Konflikt sowie eine Öffnung der Straße von Hormus sorgten phasenweise für Entlastung. Insbesondere zum Quartalsende wirkten entsprechende Erwartungen preisdämpfend.
  • Europäische Energiepolitik:
    Die von der EU-Kommission angekündigten Maßnahmen zur Senkung der Strompreise wirkten vor allem strukturell stabilisierend, hatten jedoch kurzfristig nur begrenzten Einfluss auf die Preisentwicklung.

Für das kommende Quartal zeichnen sich zunächst leicht preisdämpfende Tendenzen ab. Sinkende Gaspreise infolge geopolitischer Entspannungssignale, eine steigende Windeinspeisung sowie saisonal hohe Photovoltaik-Erzeugung könnten den Markt entlasten.

Gleichzeitig bleibt die Lage fragil: Neue geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, oder wetterbedingte Angebotsveränderungen können jederzeit zu erneuten Preisbewegungen führen. Insgesamt ist daher weiterhin mit einer seitwärts gerichteten Entwicklung bei erhöhter Volatilität zu rechnen.

Donut-Diagramm zur Zusammensetzung des Strompreises – Visualisierung der Anteile für Steuern, Netzentgelte, Beschaffung und Vertrieb

Zusammensetzung des Strompreises

Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für die Energieerzeugung abdecken, besteht Ihr Strompreis aus folgenden Bestandteilen:

Netznutzungsentgelte, Kosten für Vertrieb und Abrechnung, Steuern und Abgaben 

Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei
3.500 kWh 
  • 31 % Netzentgelte und Konzessionen
  • 31 % staatlich festgelegte Steuern und Abgaben
  • 31 % Kosten für Beschaffung
  • 7 % Kosten für Vertrieb und Abrechnung (MONTANA)

(Quelle MONTANA, Stand: Januar 2026)

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