15.02.2026

Sole-Wasser-Wärmepumpe: Funktion, Kosten & Vorteile der Erdwärme im Überblick

Heizen mit Erdwärme gilt als besonders effizient, langlebig und klimafreundlicher als andere Heizsysteme. Doch lohnt sich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe wirklich für jedes Haus? Kosten, Platzbedarf und bauliche Voraussetzungen spielen eine Rolle bei der Entscheidung für ein neues Heizsystem. Wir zeigen, wie das System funktioniert und worin die Unterschiede zur beliebten Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt konstante Erdwärme, arbeitet dadurch ganzjährig sehr effizient und hat eine lange Lebensdauer. 
  • Die Gesamtkosten sind vor allem wegen Bohrung und Erschließung höher. Dafür sind die laufenden Stromkosten niedriger als bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. 
  • Am meisten lohnt sich eine Erdwärmepumpe bei gut gedämmten Gebäuden mit Flächenheizung. Für den Einbau braucht es entweder ausreichend Gartenfläche für Kollektoren oder genehmigungspflichtige Bohrungen für Erdsonden. 

Was ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe? 

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Erdtemperatur, um Wärme zu erzeugen und wird daher auch “Erdwärmepumpe” genannt. Da das Erdreich ab einer bestimmten Tiefe eine konstante Grundtemperatur von rund zehn Grad hat, arbeiten Erdwärmepumpen auch effizient, wenn die obere Erdschicht vereist ist.  

Sole-Wasser-Wärmepumpe: Funktion 

Um Wärme zu erzeugen, zirkuliert eine Flüssigkeit (Sole, ein frostsicheres Wasser-Gemisch) durch Sonden oder Kollektoren im Boden, nimmt dort Erdwärme auf und leitet sie zur Wärmepumpe im Haus, die daraus Heizenergie und Warmwasser erzeugt. 

Das System arbeitet in vier Schritten, die sich in einem geschlossenen Kreislauf wiederholen:  

  1. Umweltenergie aufnehmen 
    Über Erdsonden (Tiefenbohrungen bis zu 100 Meter) oder Erdkollektoren (schlangenförmige Rohre knapp unter der Erdoberfläche) entzieht die Sole dem Boden Wärme. Die Temperatur der Sole liegt dabei meist zwischen 5 und 15 °C. 
  2. Verdampfen 
    Die aufgewärmte Sole fließt in der Wärmepumpe an einem Wärmetauscher (dem Verdampfer) vorbei. Darin befindet sich ein spezielles Kältemittel, das bereits bei niedrigen Temperaturen kocht und verdampft. Die Energie aus dem Boden reicht, um das Kältemittel gasförmig werden zu lassen.  
  3. Verdichten (Druck und Temperatur erhöhen) 
    Das nun gasförmige Kältemittel wird von einem elektrisch angetriebenen Kompressor (Verdichter) stark komprimiert. Durch diesen Druckanstieg erhöht sich die Temperatur des Kältemittels, oft auf 55 bis 65 °C.  
  4. Wärme abgeben 
    Das heiße Gas fließt durch einen zweiten Wärmetauscher (den Kondensator), wo es seine Wärme an das Heizungssystem des Hauses (Heizkörper oder Fußbodenheizung) abgibt. Dabei kühlt das Kältemittel ab, verflüssigt sich wieder und der Druck wird über ein Expansionsventil abgebaut. Der Kreislauf beginnt von vorn. 

 

Wie tief muss eine Sole-Wasser-Wärmepumpe gebohrt werden?  

Eine Bohrung für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ist in der Regel zwischen 50 und 150 Meter tief. Die exakte Tiefe ist von der Heizlast des Gebäudes und der Wärmeleitfähigkeit des Bodens auf dem Grundstück abhängig. 

Die wichtigsten Details zu den Bohrtiefen im Überblick: 

  • Standardtiefe: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt die Gesamttiefe meist zwischen 80 und 120 Metern.  
  • 100-Meter-Grenze: Oft wird bei Einfamilienhäusern genau auf 99 oder 100 Meter gebohrt. Wird tiefer gebohrt, ist eine aufwendigere bergrechtliche Genehmigung (Landesbergamt) erforderlich, weshalb man diese Grenze im privaten Bereich meist vermeidet.  
  • Aufteilung in mehrere Bohrungen: Wenn eine sehr hohe Leistung benötigt wird, werden manchmal zwei Bohrungen à 70 bis 80 Meter anstelle eines einzelnen 150-Meter-Bohrlochs durchgeführt. 

 

Wie viel Strom braucht eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?  

Für ein durchschnittliches, modernes Einfamilienhaus (ca. 140–150 m²) liegt der Stromverbrauch bei 2.800 bis 4.500 kWh pro Jahr. In einem unsanierten oder teilmodernisierten Altbau kann der Wert jedoch auf 4.000 bis 6.000 kWh ansteigen. Da der tatsächliche Verbrauch stark von den individuellen Gegebenheiten abhängt, sind für präzisere Berechnungen aber konkrete Werte notwendig. 

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Welche Vor- und Nachteile hat eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Welche Nachteile hat eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?  Welche Vorteile hat eine Sole-Wasser-Wärmepumpe? 

Hohe Anschaffungskosten: Die Gesamtkosten (inklusive Bohrung oder Erschließung) sind deutlich höher als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.  

Sehr hohe Effizienz: Da das Erdreich im Winter wärmer ist als die Außenluft, arbeitet die Pumpe ganzjährig konstant und sehr effizient.  

Aufwendige Genehmigung & Erschließung: Tiefenbohrungen sind genehmigungspflichtig und nicht auf jedem Grundstück möglich.  

Niedrige Betriebskosten: Der hohe Wirkungsgrad (COP-Wert) sorgt für einen vergleichsweise geringen Stromverbrauch. 

Großer Platzbedarf im Garten: Alternativ zu Sonden können Flächenkollektoren verlegt werden, die jedoch eine 2- bis 3-mal so große Fläche wie die Wohnfläche des Hauses erfordern und nicht überbaut werden dürfen.  

Platzsparend im Außenbereich: Vor allem bei Tiefenbohrungen gibt es keine störenden, lauten Außengeräte im Garten. 

Eingeschränkte Altbau-Tauglichkeit: Für die maximale Effizienz ist eine Fußbodenheizung ideal. In schlecht gedämmten Altbauten arbeitet die Anlage weniger wirtschaftlich 

Passive Kühlung: Im Sommer kann das System oft kostengünstig zum natürlichen Kühlen der Räume genutzt werden. 

 

Lange Lebensdauer: Die Erdsonden halten oftmals über 50 Jahre; die Anlage selbst gilt als sehr wartungsarm.

Wann lohnt sich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe? 

Eine geothermische Wärmepumpe lohnt sich besonders bei Neubauten mit Flächenheizungen (z. B. Fußbodenheizung), da hier niedrige Vorlauftemperaturen möglich sind. In Altbauten lohnt sich das System meist nur nach umfassenden energetischen Sanierungen. 

Auch ist ein großes Grundstück nötig, auf dem Flächenkollektoren oder Erdsonden installiert werden können. Flächenkollektoren sind dabei günstiger, benötigen aber das 2- bis 3-fache der Wohnfläche an freier Gartenfläche. Erdtiefenbohrungen (Erdsonden) brauchen wenig Platz, sind aber teuer und genehmigungspflichtig.  

Luft-Wasser vs. Sole-Wasser Wärmepumpe  

In der Praxis entscheiden sich viele Eigentümer Aufgrund der hohen Kosten und der aufwändigen Installation für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe statt für eine Erdwärmepumpe. Aber was ist der Unterschied im Detail? 

 

Was ist der Unterschied zwischen Luft-Wasser und Sole-Wasser Wärmepumpe?  

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Wärmepumpen liegt in der Energiequelle: Eine  Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Energie, während eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die im Erdreich gespeicherte Erdwärme nutzt. 

  Sole-Wasser-Wärmepumpe   Luft-Wasser-Wärmepumpe

Funktionsweise:

Dieses System nutzt ein frostsicheres Wasser-Gemisch (die sogenannte Sole), um Erdwärme aufzunehmen.  Die Wärme wird entweder über Erdkollektoren (flach im Garten verlegt) oder Erdwärmesonden (bis zu 100 Meter in die Tiefe gebohrt) gewonnen.  

Diese Variante ist das am häufigsten verbaute System, da sie sich unkompliziert nachrüsten lässt. 

Ein Ventilator saugt die Außenluft an und entzieht ihr Wärme, selbst bei Minusgraden. 

Installation:

 Erfordert umfangreiche Baggerarbeiten oder Tiefenbohrungen mit aufwändigerem Genehmigungsverfahren. 

Sie benötigt ein Innen- und ein Außengerät. Aufwändige Erdarbeiten entfallen. 

Vorteile: Extrem hohe Effizienz und dauerhaft niedrige Stromkosten, da die Temperatur im Boden das ganze Jahr über sehr konstant und wärmer als die Außenluft im Winter ist. 

Deutlich günstigere Anschaffungskosten und eine schnelle, einfache Montage. 

Nachteile:

Sehr hohe Anschaffungskosten (oft doppelt so hoch wie bei Luft-Wasser-Systemen), der Garten muss für die Kollektoren oder Bohrungen geeignet sein, genehmigungspflichtig 

Sie ist in der kältesten Jahreszeit am ineffizientesten, da die Luft dann am kältesten ist und gleichzeitig der höchste Heizbedarf besteht. Zudem können die Außengeräte Betriebsgeräusche verursachen. 

Effizienzvergleich Luft-Wasser vs Sole-Wasser Wärmepumpen 

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen. Sie gibt an, wie viel Wärmeenergie aus der zugeführten elektrischen Energie erzeugt wird. 

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdreich):  Luft-Wasser-Wärmepumpe (Außenluft): 

JAZ: 3,8 bis 4,5 

JAZ: 2,8 bis 3,8

Wirkungsgrad im Jahresmittel: 380 bis 450 % 

Wirkungsgrad im Jahresmittel: 280 bis 380 % 

Eigenschaften: Konstanter Wirkungsgrad, da das Erdreich selbst im tiefsten Winter selten unter den Gefrierpunkt fällt. Die Quelle liefert ganzjährig stabile Temperaturen von 7°C bis 12°C.  

Eigenschaften: Schwankende Effizienz. Der COP sinkt an kalten Wintertagen, genau wenn der meiste Wärmebedarf besteht. Moderne Geräte gleichen dies durch Invertertechnologie und verbesserte Kältemittel (z.B. R290) gut aus. 

Wie lange hält eine Sole-Wasser-Wärmepumpe im Durchschnitt? 

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe hält im Durchschnitt 15 bis 25 Jahre. Viele Geräte können bei optimaler Wartung und guter Planung auch bis zu 27 Jahre erreichen. Wichtig hierfür ist, dass die Anlage nicht zu häufig taktet (ein- und ausschaltet). 

Die im Erdreich verlegten Erdsonden können sogar 50 Jahre und länger genutzt werden. Eine fachgerechte Planung (korrekte Dimensionierung der Heizlast) sowie eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb sind entscheidend, um den Verschleiß zu minimieren. 

 

Wie viel kostet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe? 

Kostenstelle  Kosten 

Anschaffungskosten 

14.000 – 18.000 € 

Installationskosten 

5.000 – 8.000 € 

Erschließungskosten 

15.000 – 25.000 €

Gesamtkosten 

34.000 – 51.000 € 

Kostenvergleich Sole-Wasser Luft-Wasser Wärmepumpe

 Bei einem Kostenvergleich zwischen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einer Sole-Wasser-Wärmepumpe bestechen Luft-Wasser-Systeme durch günstigere Einstiegspreise und eine unkomplizierte Montage. Erdwärmepumpen erfordern hingegen deutlich höhere Investitionen, arbeiten dafür aber effizienter und verursachen geringere laufende Stromkosten. 

 

Kostenvergleich für ein Einfamilienhaus (Stand 2026) 

  Sole-Wasser-Wärmepumpe Luft-Wasser-Wärmepumpe

Anschaffungs- und Installationskosten

Gesamtkosten: 34.000 € bis 51.000 € 

Ein Großteil des Preises entfällt auf die Erschließung der Wärmequelle. Flachkollektoren im Garten sind meist günstiger, benötigen aber viel Platz. Erdtiefenbohrungen für die Erdsonden sind genehmigungspflichtig und teuer. 

Gesamtkosten: 15.000 € bis 30.000 € 

Keine aufwendige Erschließung nötig. Das Gerät wird einfach im Garten oder an der Hauswand aufgestellt 

Betriebskosten

Stromkosten: ca. 750 € bis 1.200 € (konstante Erdtemperaturen von etwa 10 °C sorgen für einen hohen Wirkungsgrad und niedrigeren Verbrauch) 

Wartung: ca. 150 € bis 300 € (Solekreislauf muss geprüft werden)  

Stromkosten: ca. 1.000 € bis 1.600 € (aufgrund der schwankenden Außentemperaturen im Winter etwas ineffizienter) 

Wartung: ca. 150 € bis 300 €  

Welche Sole-Wasser-Wärmepumpe ist die beste?

Die beste Sole-Wasser-Wärmepumpe überzeugt durch Leistung, Preis, Lautstärke - und die ideale Passung zu Ihrer Immobilie. MONTANA berät Sie gerne individuell und unverbindlich. 

Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe

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