Was ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und für welche Immobilien eignet sie sich?
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eignet sich grundsätzlich für Bestandsgebäude – idealerweise bei gut gedämmten Gebäuden und niedrigen Vorlauftemperaturen.
- In Deutschland sind für Bestandsbauten KfW-Förderungen von 30 bis maximal 70 Prozent der förderfähigen Kosten für Wärmepumpen möglich.
- Luft-Wasser-Wärmepumpen sind durch vergleichsweise geringe Installationskosten, klimafreundlicher Betrieb, keine Brennstofflagerung und oft auch Kühlfunktion im Sommer beliebte Optionen.
Funktion: Wärmepumpe Luft-Wasser
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Wärme und wandelt diese in Heiz- und Warmwasserenergie um. Dafür nutzt sie das Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks: Angetrieben von Strom, liefert sie das Vielfache an thermischer Energie, wobei bis zu 75 % der Wärme aus der Umwelt stammen.
Der Prozess basiert auf einem geschlossenen Kreislauf, in dem ein spezielles Kältemittel zirkuliert. Er lässt sich in vier Schritte unterteilen:
- Wärme aufnehmen (Verdampfen): Ein Ventilator saugt Außenluft an und leitet sie an einen Wärmetauscher (Verdampfer). Das Kältemittel nimmt diese Umweltwärme auf. Da das Kältemittel einen sehr niedrigen Siedepunkt hat, beginnt es zu kochen und wird gasförmig.
- Hitze erzeugen (Verdichten): Ein elektrisch betriebener Kompressor saugt das gasförmige Kältemittel an und presst es stark zusammen. Durch diesen Druckanstieg erhöht sich die Temperatur des Gases enorm.
- Wärme abgeben (Verflüssigen): Das heiße Gas fließt durch einen weiteren Wärmetauscher (Kondensator). Dort gibt es seine Wärmeenergie an das Heizungssystem des Hauses ab. Durch die Abkühlung verflüssigt sich das Kältemittel wieder.
- Druck abbauen (Entspannen): Das flüssige Kältemittel fließt durch ein Expansionsventil, der Druck wird abgebaut und es kühlt weiter ab. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Kann man mit Luft-Wasser-Wärmepumpe auch Kühlen?
Ja, mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe können Sie Ihr Zuhause auch kühlen. Dabei wird der Kältekreislauf der Wärmepumpe umgekehrt: Sie entzieht dem Haus die Wärme und gibt sie nach außen ab. Das nennt sich "aktive Kühlung”.
Luft-Wasser-Wärmepumpe Innenaufstellung
Bei Neubauten in dicht bebauten Wohngebieten mit begrenztem Platz oder bei optischen Präferenzen ist die Innenaufstellung eine praktische Lösung. Die Wärmepumpe wird dann etwa im Keller oder Hauswirtschaftsraum aufgestellt; eine Außeneinheit gibt es dann nicht, sodass die Luftansaugung- und -ausblasung vollständig im Inneren des Gebäudes stattfindet.
Eine Außeninstallation ist in der Regel günstiger, da weniger bauliche Maßnahmen wie Wanddurchbrüche oder Luftkanäle erforderlich sind. Zudem spart sie Platz im Gebäude und ermöglicht eine einfachere Montage. Eine Innenaufstellung bietet hingegen Schutz vor Witterungseinflüssen und vermeidet Außengeräusche, die Nachbarn stören könnten. Für Altbauten eignet sich eine Innenaufstellung jedoch nicht.
Was kostet eine gute Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?
Für das “Luft-Wasser -Wärmepumpe-Komplettpaket”, also inklusive Montage, können Sie insgesamt mit 30.000 bis 40.000 Euro rechnen. Die Investition nur in die Pumpe selbst beträgt dabei etwa 12.000 bis 20.000 Euro rechnen.
Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau?
Für Demontage der alten Heizung, Einbau der Luft-Wasser-Wärmepumpe und Inbetriebnahme müssen Sie nochmal mit 7.000 bis 17.000 Euro rechnen.
Aktuelle Förderungen für Luft-Wasser-Wärmepumpen
Die Kosten Ihrer Luft-Wasser-Wärmepumpe werden durch Zuschüsse gefördert. Für den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in Bestandsbauten in Deutschland können Sie 30 bis maximal 70 Prozent der förderfähigen Kosten über die KfW erhalten. Die Förderfähigen Kosten betragen maximal 28.000 Euro pro Wohneinheit, sodass Eigentümer bis zu 21.000 Euro zurückerhalten können.
Die Förderung setzt sich aus kombinierbaren Bausteinen zusammen:
- Basisförderung: 30 % für den Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 20 % extra für den Austausch einer alten Öl-, Kohle-, Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung (gilt bis 2028).
- Effizienzbonus: 5 % extra, wenn die Wärmepumpe besonders effizient ist oder ein natürliches Kältemittel (z.B. R290) nutzt.
- Einkommensbonus: 30 % extra für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von unter 40.000 Euro.
Das “Heizungsgesetz 2026” (Gebäudemodernisierungsgesetz oder GModG) sieht vor, die bisherigen Fördersätze zu kürzen.
Luft-Wasser-Wärmepumpe Testsieger?
Luft-Wasser-Wärmepumpe: Vor- und Nachteile Tabelle
| Nachteile | Vorteile |
|
Abhängig von Außentemperatur: Bei kalten Temperaturen muss die Wärmepumpe mehr Strom aufwenden, um die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Heizwasser zu überbrücken und Wärme zu erzeugen, was die Effizienz im Vergleich zu >Erd- oder Grundwasserwärmepumpen senkt. |
Geringe Erschließungskosten: Die Wärmequelle Luft ist überall unbegrenzt verfügbar, wodurch im Gegensatz zu Erdwärme keine aufwendigen Bohrungen oder Genehmigungen nötig sind. |
|
Hohe Stromkosten im Winter: Da die Wärmepumpe im Winter ihre Leistung aus kalter Luft zieht, kann der Stromverbrauch deutlich steigen. An sehr kalten Tagen muss oft ein integrierter elektrischer Heizstab mit hohem Stromverbrauch einspringen. |
Klimafreundlichkeit: Da sie keine fossilen Brennstoffe verbrennen, arbeiten Wärmepumpen CO2-neutral. In Kombination mit eigenem Solarstrom verbessern Sie Ihre Umweltbilanz enorm. |
|
Platzbedarf und Geräuschentwicklung: Der Ventilator der Anlage wird im Außenbereich aufgestellt, was in dicht besiedelten Wohngebieten bei geringem Abstand zum Nachbarn durch Betriebsgeräusche zu Lärmbelästigungen führen kann. |
Keine Lagerung von Brennstoffen: Es werden keine Tanks (Öl) oder große Lagerräume (Pellets) benötigt und es fallen keine Kosten für den Schornsteinfeger an. |
|
Anforderungen an das Gebäude: Um effizient zu heizen, benötigen Wärmepumpen idealerweise große Heizflächen wie eine Fußbodenheizung. In schlecht gedämmten Altbauten sind hohe Vorlauftemperaturen nötig, was die Stromkosten erhöht. |
Kühlung: Viele moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen verfügen über eine Reversierfunktion, mit der das Heizsystem an als Klimaanlage genutzt werden kann, wenn eine Flächenheizung vorhanden ist. |
|
|
Niedrige Betriebskosten: Durch den effizienten Betrieb, bei dem Energie aus der Umwelt gewonnen wird, ist Heizen deutlich günstiger als mit Öl oder Gas. |
Was ist der Unterschied zwischen einer Luft-Luftwärmepumpe und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Der Hauptunterschied liegt im Wärmeübertragungsmedium. Während beide Systeme der Außenluft Wärme entziehen, gibt eine >Luft-Luft-Wärmepumpe diese direkt an die Raumluft ab, während eine Luft-Luft-Wasser-Wärmepumpe die Energie an einen zentralen Heizwasserkreislauf weiterleitet.
Luft-Wasser-Wärmepumpe oder Luft Luft?
| Merkmal |
Luft-Luft-Wärmepumpe |
Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|
Wärmeübertragung
|
Direkt über die Raumluft |
Über Wasser an Heizkörper/Fußboden
|
|
Warmwasser
|
Nicht integriert |
Voll integriert
|
|
Anschaffungskosten
|
Ca. 14.000 – 22.000 € |
Ca. 20.000 – 35.000 € (vor Förderung)
|
|
Einsatzbereich
|
Gut gedämmte Neubauten, einzelne Räume (ausgebauter Keller oder Garage) |
Sanierung, Altbau und Neubau
|
Optimale Einstellungen bei Luft-Wasser-Wärmepumpen
- Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 30 °C und 35 °C. Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur senkt den Stromverbrauch.
- Für die Warmwasserbereitung mit der Wärmepumpe reicht eine Temperatur von 45 bis 50 °C. Höhere Temperaturen erhöhen den Energieverbrauch und fördern die Kalkbildung in Speicher und Leitungen.
- Für den Legionellenschutz genügt es, das Wasser einmal pro Woche auf über 60 °C zu erhitzen. Diese sogenannte Legionellenschaltung oder thermische Desinfektion kann bei modernen Wärmepumpen automatisiert erfolgen. Dies ist besonders bei größeren Anlagen wichtig, da in ihnen das Wasser länger stehen kann.
- Für eine Wärmepumpe sollte der Warmwasserspeicher 30 bis 50 Liter pro Person betragen. Das Volumen muss für Wärmepumpen etwas größer gewählt werden als bei Gas- oder Ölheizungen, da das Wasser langsamer und mit niedrigeren Temperaturen (meist 45 bis 50 °C) erhitzt wird.
- Eine optimal dimensionierte Wärmepumpe vermeidet häufiges Ein- und Ausschalten. Dieses sogenannte Takten entsteht bei falsch ausgelegten Anlagen und führt zu Effizienzverlusten sowie höherem Verschleiß. Bei einer Vorlauftemperatur von 55 Grad Celsius kann die Anlage im Bereich von etwa -4 °C bis +11 °C Außentemperatur ohne Takten betrieben werden.
Weitere Informationen zu den Einstellungen Ihrer Luft-Wasser-Wärmepumpe finden Sie auf unserer >Magazinseite zum Thema. Die genauen Details hängen aber von Ihrer Immobilie ab. MONTANA berät Sie gerne persönlich zu den idealen Einstellungen.
Ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sinnvoll?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist für viele Eigentümer eine zukunftsfähige Lösung, wenn sie auf die Immobilie abgestimmt geplant wird. Sie punktet mit vergleichsweise geringen Installationskosten, attraktiven Förderungen und klimafreundlichem Betrieb. Besonders effizient arbeitet sie in gut gedämmten Gebäuden und bei niedrigen Vorlauftemperaturen.
Ob Sanierung oder geeigneter Altbau:
Wer Kosten, Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten frühzeitig prüft, kann mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe langfristig wirtschaftlich und komfortabel heizen. MONTANA unterstützt Sie dabei mit individueller Beratung und der passenden Lösung für Ihren Bedarf.
Carolin Will
Diese Themen könnten Sie auch interessieren
Wärmepumpen
Heizungsförderung 2026