Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren
Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpen erhöhen den Eigenverbrauch einer PV-Anlage: Sie macht sich schneller bezahlt und Sie nutzen mehr nachhaltige Energie.
- Die laufenden Kosten der Wärmepumpe sinken durch den Betrieb mit eigenem Solarstrom erheblich.
- Die Kombination aus Wärmepumpe, Solaranlage und Stromspeicher ermöglicht im Sommer einen Autarkiegrad von bis zu 80 %
- Der Staat stellt aktuell eine Wärmepumpen-Förderung von bis zu 70 % bereit.
Warum sollte man eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren?
Die Anschaffung und die Installation einer Wärmepumpe und einer PV-Anlage mit Stromspeicher schlägt zunächst mit hohen Kosten zu Buche. Sie sollten aber bedenken, dass Ihre Solaranlage sich umso mehr lohnt, je höher Ihr Eigenverbrauch ausfällt - und Sie Ihre Heizkosten erheblich reduzieren können. Sind die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt, können sich die Kosten daher schnell amortisieren.
Der typische Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus liegt bei 3.000 bis 6.000 Kilowattstunden pro Jahr. Wird sie mit "normalem" Netzstrom betrieben, fallen Kosten im Bereich zwischen 800 und 2.500 Euro an. Nutzen Sie dagegen Strom aus Ihrer PV-Anlage, um die Wärmepumpe zu betreiben, können Sie die Kosten sehr stark reduzieren. Unter Idealbedingungen kann die Wärmepumpe zu 100 % mit selbst erzeugtem Strom arbeiten.
Eine PV-Anlage deckt in etwa zwischen 25 und 35 % des Stromverbrauchs im Einfamilienhaus. Verfügt das Einfamilienhaus über eine Wärmepumpe, lässt sich der Eigenverbrauch auf ca. 50 % steigern - abhängig vom Energiestandard des Gebäudes, dem Wärmebedarf und der Größe und Leistungsfähigkeit der PV-Anlage. Kommen ein Batteriespeicher, ein intelligentes Energie-Management-System und ein mit der Wärmepumpe gekoppelter Pufferspeicher hinzu, kann der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms auf 80 % und höher gesteigert werden.
Dimensionierung der PV-Anlage
Denken Sie bereits bei der Planung Ihrer PV-Anlage an den späteren Anschluss einer Wärmepumpe. Für die optimale Wirtschaftlichkeit darf die Anlage nicht zu klein sein, aber wiederum auch nicht zu groß. Lassen Sie sich von unseren Experten individuell beraten.
Stromspeicher
Wie viel Strom Ihre Photovoltaikanlage produziert, richtet sich nach der Sonne – Ihr Wärme- und Warmwasserbedarf aber nicht. Mit einem Batteriespeicher können Sie Energie vorhalten und sich so unabhängig von der direkten Sonneneinstrahlung machen.
Energiemanagement-System
Mit einem smarten Energiemanagement-System lassen sich Stromverbraucher im Haushalt (Wärmepumpe, Wallbox für das E-Auto, Batteriespeicher) intelligent priorisieren, um den Eigenverbrauchsanteil bestmöglich zu optimieren.
Kann man mit einer Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik komplett autark heizen?
Im Sommer erreichen Sie beim Betrieb Ihrer Wärmepumpe einen Autarkiegrad von über 80 %. Im Winter erzeugen PV-Anlagen dagegen weniger Strom, während der Wärmebedarf erhöht ist. Um mit einer Wärmepumpe und Photovoltaik vollkommen autark zu heizen und Warmwasser bereitzustellen, wären sehr groß dimensionierte und teure Anlagen und ein entsprechender Energiespeicher notwendig - wobei Strom sich nur begrenzt, nicht aber im Sommer für den nächsten Winter, speichern lässt. Die Wirtschaftlichkeit wäre hier nicht gegeben.
Ausschlaggebend für den Autarkiegrad der Wärmepumpe ist ihr Stromverbrauch. Dieser hängt wiederum vom Heizbedarf und der Effizienz des Heizsystems ab - wofür verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Je niedriger die Vorlauftemperatur der Heizung sein kann, umso höher ist die Effizienz. Die Dämmung des Gebäudes ist daher besonders wichtig.
Wie viel kostet eine Wärmepumpen-Photovoltaik-Kombination?
Abhängig von der genauen Dimensionierung der Anlage kostet eine Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaikanlage zusammen zwischen 30.000 - 50.000 €. Diese Kosten können aber abhängig von verschiedenen Faktoren stark variieren.
Gibt es staatliche Förderungen für die Kombination Wärmepumpe mit Photovoltaik?
Für den Ersatz einer bestehenden fossilen Heizung durch eine moderne Wärmepumpe gibt es aktuell attraktive Förderungen: Seit 2024 erhalten Besitzer von selbstgenutzten Einfamilienhäusern Zuschüsse in Höhe von bis zu 70 % (bei einer Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben von 30.000 Euro).
Auch die Anschaffung und der Betrieb von Photovoltaikanlagen werden staatlich unterstützt: Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp von der Umsatzsteuer befreit. Die Steuerbefreiung umfasst auch die Kosten für Lieferung und Montage und die Nachrüstung von Stromspeichern und anderer wesentlicher Komponenten.
Die KfW bietet für PV-Anlagen vergünstigte Kredite an. In einzelnen Gemeinden gibt es lokale Förderungen.
Gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Betreiber von PV-Anlagen eine Vergütung für selbst produzierten Strom, den sie nicht verbrauchen und in das öffentliche Netz einspeisen. Diese Einspeisevergütung sinkt alle sechs Monate, bleibt nach der erstmaligen Inbetriebnahme der Anlage jedoch 20 Jahre lang fix. Neu ist seit Februar 2025 bzw. für seit Februar 2025 in Betrieb genommene Anlagen, dass bei negativen Spotmarktpreisen an der Strombörse keine Einspeisevergütung mehr bezahlt wird ("Solarspitzengesetz"). Damit sollen Solarspitzen und die Risiken einer Netzüberlastung reduziert werden, die Eigenverbrauchsoptimierung soll attraktiver werden.
Treten Sie mit uns in Kontakt!
Häufige Fragen zur Wärmepumpe mit Photovoltaik
Carolin Will
Diese Themen könnten Sie auch interessieren
PV-Anlage mit Stromspeicher
MONTANA: Photovoltaik Fachbetrieb