Smart Meter: Der intelligente Zähler
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Smart Meter, auch intelligentes Messsystem genannt, ist ein digitaler Stromzähler, der den Energieverbrauch in 15-Minuten-Intervallen misst und über eine Kommunikationseinheit (Smart Meter Gateway), die die Daten übertragen kann, verfügt.
- Die Daten werden über eine gesicherte Schnittstelle automatisch an den Netzbetreiber und an den Stromanbieter übermittelt, was dynamische Stromtarife möglich macht.
- Um den Smart-Meter-Rollout bis Ende 2032 weitgehend abzuschließen, gibt es seit 2025 eine Pflicht zum Einbau intelligenter Zähler für gewisse Zielgruppen. Wer nicht unter diese Zielgruppen fällt, hat zusätzlich das Recht, den Einbau eines Smart Meters zu fordern - der Messstellenbetreiber muss dem innerhalb von vier Monaten nachkommen.
Was ist ein Smart Meter?
Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der den Energieverbrauch in 15-Minuten-Intervallen misst und über eine speziell gesicherte Internetschnittstelle täglich automatisch an den Stromanbieter und den Netzbetreiber übermittelt. Er macht den Stromverbrauch nachvollziehbar und ermöglicht eine präzise Ablesung, macht manuelle Ablesungen überflüssig und hilft, den Energieverbrauch durch detaillierte Datenanalysen zu optimieren. Smart Meter können auch Daten empfangen, was die Steuerung von Geräten in Verbindung mit dynamischen Stromtarifen ermöglicht und so Kosteneinsparungen ermöglicht.
Die flächendeckende Einführung intelligenter Messsysteme ist notwendig, um die Erzeugung und den Verbrauch von Strom effizient aufeinander abstimmen und so die Netzstabilität gewährleisten zu können. Das ist umso wichtiger, je mehr erneuerbaren Energien erzeugt und eingespeist werden und je mehr PV-Anlagen, Wallboxen und Wärmepumpen betrieben werden. Die Netzbetreiber können dann bei bestimmten Geräten, wie zum Beispiel Wallboxen oder Wärmepumpen, den Strombezug kurzzeitig reduzieren, um Engpässe zu vermeiden.
Welche Zähler wurden bisher verwendet?
| Ferraris Zähler | Digitaler Zähler |
| Aktuell wird der Stromverbrauch in der Regel mit einem elektromechanischen Stromzähler gemessen – dem sogenannten Ferraris-Zähler. Dieser analoge Zähler zeigt lediglich den aktuellen Zählerstand an, der einmal jährlich abgelesen werden muss. Bis zum Jahr 2032 sollen alle analogen Zähler durch digitale ausgetauscht werden. | Zähler mit einem digitalen Display werden als moderne Messeinrichtung bezeichnet. Sie zeigen neben dem Zählerstand auch die aktuell bezogene Leistung in Kilowatt an. Die Verbrauchswerte werden bis zu 24 Monate auf dem Gerät gespeichert. Die digitalen Zähler sind im Gegensatz zu einem Smart Meter nicht mit einer Kommunikationseinheit ausgestattet. Der Zähler kann daher nicht aus der Ferne ausgelesen werden oder Verbrauchsdaten senden. Eine manuelle Ablesung des Zählerstandes ist auch zukünftig erforderlich. |
Wie kann ich die Daten vom Smart Meter ablesen?
SmartMeter übermittelt Ihren Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt an den Netzbetreiber. Sie müssen Ihren Stromzähler nicht mehr ablesen und keinen Zählerstand übermitteln. Wenn Sie Ihren Verbrauch trotzdem abrufen möchten, können Sie das online über eine App oder im Kundenportal des Betreibers tun.
Was hoch sind die Betriebskosten eines Smart Meters?
Für den Einbau eines Smart Meters entstehen in der Regel keine Kosten, wenn keine Zählerschrankumbauten notwendig sind.
Eine digitale Messeinrichtung kostet jährlich maximal 20 Euro, ein intelligentes Messsystem bei einem Verbrauch bis zu 10.000 Kilowattstunden pro Jahr ebenfalls. Der Gesetzgeber hat für die jährlichen Betriebskosten verbindliche Preisobergrenzen festgelegt, die entsprechend dem Jahresverbrauch steigen: Für einen Verbrauch zwischen 6.000 und 10.000 Kilowattstunden werden beispielsweise 40 Euro pro Jahr fällig, bei einem Verbrauch zwischen 10.000 und 20.000 Kilowattstunden 50 Euro.
Lässt der Eigentümer freiwillig einen Smart Meter einbauen, obwohl keine Pflicht besteht, beträgt die Zusatzgebühr laut Bundesnetzagentur maximal 30 Euro pro Jahr. Die Gebühr zahlt als Verbraucher der Mieter.
Für wen sind Smart Meter seit 2025 Pflicht?
Der Smart-Meter-Rollout soll bis Ende 2032 weitgehend abgeschlossen sein. Aktuell sind in Deutschland weniger als fünf Prozent aller Haushalte mit intelligenten Zählern ausgestattet. Daher gibt es ab 2025 eine Pflicht zum Einbau intelligenter Zähler für gewisse Zielgruppen. Die Pflicht gilt für Haushalte
- mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von mehr als 6.000 kWh
- mit einer Photovoltaik-Anlage mit einer installierten Leistung von mehr als sieben Kilowatt
- mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Wallboxen, Wärmepumpen), die nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen wurden
Gleichzeitig wird die Möglichkeit des Zählerwechsels auf Kundenwunsch eingeführt. Für Haushalte mit einem Verbrauch von unter 6.000 kWh ist ein intelligenter Stromzähler optional. Sie können einen Smart Meter bei Ihrem Messstellenbetreiber anfordern. Der Einbau hat grundsätzlich innerhalb von vier Monaten zu erfolgen.
Wer installiert das Smart Meter?
Verantwortlich für den Einbau und Betrieb von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen ist der Messstellenbetreiber. In der Regel ist der örtliche Netzbetreiber auch der grundzuständige Messstellenbetreiber ( z.B. Stadtwerke). Dort können Sie den Einbau eines intelligenten Messsystems beantragen.
Vorteile des dynamischen Stromtarifs in Kombination mit Smart Meter
- Mit der MONTANA App haben Sie jederzeit volle Transparenz über Ihren Stromverbrauch und die jeweils aktuellen Börsenstrompreise.
- Verbräuche, wie etwa das Laden Ihres E-Autos, können in Phasen mit günstigen Strompreisen gelegt werden.
- Dank einer monatlichen Abrechnung zahlen Sie keine Abschläge mehr, sondern nur noch das, was Sie tatsächlich verbrauchen.
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Haben Sie Interesse an einem Smart Meter?
Wenn Sie Interesse an einem Smart Meter haben, können Sie diesen über Ihren gMSB einfach beantragen. Bitte beachten Sie, dass der gMSB in der Regel eine einmalige Gebühr von 100 € für den Einbau des Smart Meters erhebt.
Der grundzuständige Messstellenbetreiber ist in der Regel Ihr örtlicher Netzbetreiber. Er ist für die Messung und Wartung des Stromzählers verantwortlich. Die Information, wer Ihr gMSB und ihr Netzbetreiber sind, finden Sie auf Ihrer Stromrechnung oder auf dem Zähler.
Carolin Will
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