Wie setzt sich Ihr Gaspreis zusammen?
Das Wichtigste in Kürze
- Der Gaspreis besteht aus einem Grundpreis und einem Arbeitspreis.
- Der Grundpreis ist unabhängig vom Verbrauch monatlich zu entrichten.
- Der Verbrauchs- oder Arbeitspreis wird anhand des tatsächlichen Verbrauchs pro Kilowattstunde abgerechnet. Je mehr Gas benöitgt wird, desto höher ist die Gasrechnung.
Wie kommt der Gesamtbetrag auf der Jahresrechnung zustande?
Die Gaskosten setzen sich aus dem Grundpreis und dem Verbrauchspreis zusammen.
Der Grundpreis ist unabhängig vom Verbrauch monatlich zu entrichten. Durch den Grundpreis werden die Fixkosten des Versorgers, aber auch die Fixkosten für die Infrastruktur, die der Versorger an den Netzbetreiber und den Messstellenbetreiber abführen muss, gedeckt.
Ihr Verbrauchs- oder Arbeitspreis wird in Cent pro Kilowattstunde abgerechnet und setzt sich unter anderem aus den Energie- und Netznutzungskosten zusammen, beinhaltet aber auch die gesetzlich festgelegten Steuern und Abgaben. Außer den Energiekosten, die im Wesentlichen die Beschaffungskosten, aber auch die Kosten für Vertrieb und Abrechnung umfassen, sind die anderen Preisbestandteile vom Netzbetreiber festgelegt oder staatlich reguliert.
Erdgaspreis-Zusammensetzung im Detail
Der Verbrauchspreis für Erdgas setzt sich im Detail zusammen aus
- den Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Abrechnung
- den gesetzlich regulierten Netznutzungsentgelten
- staatlich festgelegten Steuern und Abgaben
Zu den Steuern und Abgaben gehört seit 2021 der CO2-Preis, umgangssprachlich häufig auch CO2-Steuer genannt, welcher einen bewussteren und sparsameren Umgang mit fossilen Brennstoffen fördern soll. Er erhöhte sich bis 2025 stufenweise. 2026 bildet sich der CO2-Preis in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro. Danach herrscht eine freie Preisbildung.
Unter Steuern und Abgaben fallen außerdem die Mehrwertsteuer sowie die Erdgassteuer, die bei 0,55 Cent/kWh liegt, und die Konzessionsabgaben, die regional unterschiedlich sind.
Die Gasspeicherumlage, die 2022 eingeführt wurde, um die staatlich angeordnete Befüllung der deutschen Gasspeicher zur Sicherung der Versorgung abzudecken, wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft.
Die Netznutzungsentgelte müssen vom Erdgasversorger an den Netzbetreiber dafür bezahlt werden, dass diese ihre Leitungen für den Gastransport zur Verfügung stellen. Die Netznutzungsentgelte sichern also den Betrieb und die Wartung der Gasnetze, sowohl regional als auch überregional. Die Höhe der Netzentgelte wird von den Netzbetreibern festgelegt, wobei ihnen von den Regulierungsbehörden Erlösobergrenzen vorgegeben werden. Die Gasanbieter können diesen Teil des Gaspreises nicht beeinflussen.
Vom Erdgasversorger beeinflussbar sind lediglich die Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Abrechnung: Der Energieanbieter kauft direkt bei renommierten internationalen Unternehmen (darunter u.a. Großhändler und Importeure) zu Preisen, die sich an den Handelsmärkten orientieren.
Zusammensetzung des Gaspreises
Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für den Einkauf von Gas abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:
Netznutzungsentgelte, Kosten für Vertrieb und Abrechnung, Steuern und Abgaben
Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei 20.000 kWh
- 22 % Netzentgelte und Konzessionen
- 34 % staatlich festgelegte Steuern und Abgaben
- 36 % Kosten für Beschaffung
- 8 % Kosten für Vertrieb und Abrechnung (MONTANA)
(Quelle MONTANA, Stand: Januar 2026)
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Robert Duranec
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