So bekommen Verwalter ihre Jahresabrechnung besonders schnell
Das Wichtigste in Kürze
- Um die Energieabrechnung pünktlich zu bekommen, ist Datensauberkeit und Kommunikation mit dem Energieversorger zentral
- Mögliche Fehlerquellen sind unplausible oder fehlende Zählerstände oder eine ungenaue Zuordnung durch Zählerwechsel
- Digitale Kundenportale verringern Korrekturbedarf
Schwarzes Loch der Verwalter-Ressourcen
Die Jahresabrechnung muss laut § 28 WEG (Wohnungseigentumsgesetz) spätestens sechs Monate nach Ende des Wirtschaftsjahres, also konkret bis zum 30. Juni des Folgejahres, erstellt und den Eigentümern vorgelegt werden. Doch selbst erfahrene Verwalter stoßen regelmäßig auf Herausforderungen beim termingerechten Abschluss der Jahresabrechnung. Wird die Abrechnung verspätet erstellt, beeinträchtigt das nicht nur das Vertrauen der Wohnungseigentümer, sondern kann auch dem Ruf einer Verwaltung schaden.
Hürden bei der Abrechnungserstellung
Eine häufige Schwierigkeit ist das Fehlen wichtiger Unterlagen. Teils liegt das an externen Dienstleistern, wenn etwa die Heizkostenabrechnung verspätet geliefert wird oder die Abrechnung des Energieversorgers noch aussteht. Ein fehlendes Dokument verzögert den gesamten Abrechnungsprozess für die Wohnungseigentümergemeinschaft.
Häufige Fehler in der Abrechnung
- Unplausible oder fehlende Zählerstände, etwa durch Leerstände und Mieterwechsel
- Zählerstände in Abrechnung stimmen nicht mit realen Daten überein: Werden die Zählerstände nicht fristgerecht abgelesen und an den Versorger weitergeleitet, ermittelt der Netzbetreiber die Werte durch Schätzung und Hochrechnung und gibt diese an den Versorger weiter. Auf dieser Basis wird dann die Abrechnung erstellt. Muss diese korrigiert werden, weil die realen Zählerstände nicht übereinstimmen, kommt es zu Verzögerungen.
- Ungenaue Zuordnung durch Zählerwechsel: Dies kann verhindert werden, indem die Marktlokationsnummer (MaLo) angegeben wird. Diese ist immer eindeutig einer Abrechnungsstelle zugeordnet.
- Probleme bei der Kommunikation zwischen Energieversorger und Netzbetreiber, da etwa die nötigen Daten nicht rechtzeitig vom Betreiber an den Versorger geliefert werden
Tipps zum Erhalt einer fristgerechten Abrechnung
Da Energieabrechnungen ein zentraler Bestandteil der WEG-Jahresabrechnung sind, spielt die Datenqualität in der Zusammenarbeit mit Energieversorgern eine entscheidende Rolle. Verwalter können dazu beitragen, die Kommunikation mit Dienstleistern effizient zu gestalten. Besonders das fristgerechte Nutzen digitaler Kundenportale, sofern verfügbar, verringert Fehlerquellen. Darin stehen alle nötigen Daten gesammelt zur Verfügung, was unplausible Informationen schnell sichtbar macht.
Checkliste für Hausverwalter:
- frühzeitig planen: Abrechnungszeitplan bereits vor Jahresende festlegen, interne Deadlines vor gesetzlichen Terminen setzen
- Zählerstände sauber dokumentieren: Stichtagsablesungen organisieren oder kontrollieren, Leerstände und Mieterwechsel lückenlos erfassen. Bei Zählerwechseln darauf achten, dass die Einbauprotokolle vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt werden und sie archiviert werden, um bei Bedarf darauf zugreifen zu können.
- digitale Systeme konsequent nutzen: Kunden- und Serviceportale von Versorgern verwenden, um Daten zentral zu speichern
- interne Qualitätskontrolle einplanen: Abrechnung vor Versand auf Vollständigkeit prüfen, mit Vorjahreswerten vergleichen, auffällige Abweichungen klären oder korrigieren
- Dokumentation revisionssicher archivieren: Belege digital und nachvollziehbar ablegen, um Prüffähigkeit jederzeit sicherzustellen
Linda Madir
Erfolgsschlüssel für zufriedene Eigentümer
Bei der WEG-Abrechnung stellen Hausverwalter fachliche Kompetenz unter Beweis und positionieren sich als verlässlicher Partner für die Wohnungseigentümer. Die transparente und termingerechte Jahresabrechnung ist für alle Beteiligten eine wichtige Grundlage für eine gute Zusammenarbeit: Eigentümer erhalten Klarheit über finanzielle Verpflichtungen. Verwalter haben es mit zufriedenen Kunden zu tun und gestalten ihre Arbeit effizienter.
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Carolin Will
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