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Ursachen der Preisentwicklungen bei Erdgas und Strom

Konjunktur und Großhandelspreise

Die Großhandelspreise, zu denen die Energieversorger einkaufen, sind für sämtliche Energieträger (Erdgas, Strom, Kohle und Rohöl) rasant gestiegen. Der Ukraine-Krieg treibt die Preise zusätzlich in die Höhe.

Doch warum müssen Energieversorger Strom und Erdgas überhaupt teurer einkaufen? Kurz gesagt: Weil Angebot und Nachfrage an den Energiemärkten derzeit nicht im Gleichgewicht sind.

Die Hintergründe dafür erläutern wir nachfolgend.
 

Erdgaspreise auf Rekordhoch

Die Erdgaspreise befinden sich seit Monaten auf einem sehr hohen Niveau. Der Ukraine-Krieg sorgt derzeit für einen weiteren kräftigen Anstieg der Energiepreise. Der Preis, den Energieversorger an den Energiemärkten bezahlen, hat sich innerhalb der letzten 12 Monate etwa verfünffacht.

Ursachen und Hintergründe:

  •  Ukraine-Krieg: Der russische Angriff auf die Ukraine hat zu Nervosität auf dem Gasmarkt geführt: Die anhaltenden Diskussionen auf nationaler und internationaler Ebene über ein mögliches   Embargo, das Risiko möglicher Lieferunterbrechungen von russischer Seite und die vorsorgliche Ausrufung der Frühwarnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung in Deutschland verbreiten   Unsicherheit und beflügeln die Preise. 
  •  Rückgriff auf Flüssigerdgas (LNG): Russisches Erdgas wird künftig vermehrt durch Flüssigerdgas substituiert. Die weltweit hohe Nachfrage nach noch verfügbaren LNG-Mengen macht   Flüssigerdgas vergleichsweise teuer.
  •  Gestiegene Nachfrage bei gleichzeitig knappen Speichervorräten: Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, der nach dem Corona-Einbruch eingesetzt hat, ist die Nachfrage nach Gas weltweit stark   gestiegen. Die seit Monaten vergleichsweise niedrigen Gasspeicher-Füllstände in Deutschland konnten die Marktlage im vergangenen Winter nicht entspannen. Die mit der Wiederbefüllung   entstehende zusätzliche Nachfrage gibt den Preisen weiter Auftrieb.

 

Preiszusammensetzung

Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für die Energieerzeugung abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:

  • Netznutzungsentgelte
  • Kosten für Vertrieb und Abrechnung
  • Steuern und Abgaben

Bei den Steuern und Abgaben ist die zum 1. Januar 2021 in Kraft getretene CO2-Abgabe ein wesentlicher Faktor. Sie soll dazu beitragen, die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen und den CO2-Ausstoß zu verringern. Nähere Informationen zur CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) finden Sie hier.

Quelle MONTANA, Stand: April 2022