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4. Quartal 2022

Strom – Preise geben spürbar nach

Die Gaspreise ziehen die Strompreise im vierten Quartal mit nach unten. Vor allem am Spotmarkt fällt der Preis zum Jahresende rasant.

Die Strompreise folgen den Gaspreisen – somit sind auch die Strompreise für das Frontjahr im vierten Quartal von mehr als 400 Euro pro Megawattstunde auf unter 250 Euro deutlich zurückgefallen, wenngleich sie sich damit immer noch auf einem historisch hohen Niveau bewegen.

Neben den gesunkenen Gaspreisen liegen die Ursachen für die Entspannung auch darin, dass mehrere Kraftwerke, die eigentlich zum Jahresende vom Netz gehen sollten, in Betrieb bleiben, um die Versorgungssicherheit zu stabilisieren. Das betrifft zum einen mehrere Kohlekraftwerke und zum anderen die letzten drei noch in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke. Diese sollen nach einer langen politischen Debatte bis April 2024 im Streckbetrieb weiterlaufen.

Auch wurden zuletzt mehrere Stein- und Braunkohlekraftwerksblöcke zeitlich befristet aus der Reserve zurück ans Netz geholt, um den Verbrauch von Gas zur Verstromung zu reduzieren, wenn die Einspeisung erneuerbarer Energien aus saisonalen Gründen geringer ist.

Zudem hat sich die Situation in Frankreich ein wenig entspannt: Einige Kraftwerke konnten wieder hochgefahren werden. Aber noch immer ist ein erheblicher Teil der Atomreaktoren außer Betrieb und Frankreich ist weiterhin auf Stromimporte aus Deutschland angewiesen.

Ein stützender Effekt sind gestiegene Preise für die Emissionszertifikate, die durch die kälteren Temperaturen und eine geringere Produktion erneuerbarer Energien sowie ehrgeizigere europäische Vorgaben bedingt sind.  

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