3. Quartal 2022

Strom – Gas peitscht Strompreise weiter in die Höhe

Stark gestiegener Gaspreis führt zu dramatischen Preisspitzen bei Strom 

Die gestiegenen Preise – insbesondere für Gas, aber auch für Kohle – treiben die Strompreise vorübergehend auf ein Rekordhoch von 1.000 €/MWh. Die Hitzewelle trägt zur Verschärfung der Lage bei. Erste Diskussionen um staatliche Regulierungsmaßnahmen leiten zum Ende des Quartals eine Abwärtskorrektur der Preisspitzen ein.

In Deutschland gewinnt der Energieträger Kohle zunehmend an Bedeutung und soll als Ersatz für Gas zur Stromerzeugung verwendet werden. Die Probleme bei der innereuropäischen Verschiffung infolge der Dürre sowie das seit August geltende EU-Embargo auf russische Kohle verteuern dabei die Preise. 

Um die Versorgungssicherheit weiter zu gewährleisten, wird in Deutschland diskutiert, ob eine Laufzeitverlängerung der noch bestehenden Atomkraftwerke zu einer leichten Entspannung am Strommarkt führen könnte. In den vergangenen Jahren hatte Deutschland Atomstrom aus Frankreich importiert, das zu Hochzeiten gut ¾ seines Strombedarfs mit Atomkraft sichert. Da in Frankreich seit Monaten ein erheblicher Teil der Atomkraftwerke wegen Wartungsarbeiten oder aufgrund der Hitze fehlender Kühlmöglichkeiten ausfällt, haben sich die Lieferwege zu einem ungünstigen Zeitpunkt umgekehrt. Frankreich ist vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur geworden und erzeugt eine hohe Nachfrage nach Strom im Markt. 

Ende August schießen die Strompreise mit einer überwältigenden Dynamik noch weiter nach oben – mit Preisbewegungen von 200 bis 300 Euro pro Megawattstunde. Am 28. August 2022 erreicht der Preis für das Kalenderjahr 2023 einen Rekordwert um die 1.000 €/MWh, um dann am selben Tag wieder auf 700 €/MWh zu fallen. Ursächlich sind Diskussionen um eine mögliche Marktreform oder regulatorische Preisbeschränkungen vonseiten der Politik.

Im September stellt sich am Strommarkt eine Abwärtskorrektur der Preisspitzen ein. Die Preise bleiben jedoch auf einem sehr hohen Niveau, sind aber zumindest nicht mehr exorbitant. Zudem entspannt das deutlich kühlere und regnerische Wetter im September die Marktlage. Die Sorge vor einem Konjunktureinbruch und einer niedrigeren Industrieproduktion sowie die Entscheidung über den Weiterbetrieb von zwei Kernkraftwerken in Deutschland wirken preisdämpfend.  
 

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