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Nachrüstung von Ladelösungen für Tiefgaragen

Mehrfamilienhaus und Mobilitätswende: So gelingt’s

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf und immer mehr Wohnungseigentümer und Mieter wünschen sich an ihrem Stellplatz eine eigene, private Lademöglichkeit für ihr E-Fahrzeug. Das stellt viele Hausverwaltungen vor Herausforderungen. Insbesondere, wenn die Ladelösungen nachträglich in Tiefgaragen oder an den Kfz-Stellplätzen von Mehrfamilienhäusern eingerichtet werden müssen. Denn für eine kosteneffiziente und skalierbare Lösung sollte einiges bedacht werden. Das Beispiel der Hausverwaltung E. Schlamp zeigt, wie eine passgenaue und zukunftsfähige Nachrüstung im Mehrfamilienhaus gelingen kann.

Die Ausgangssituation

Der langjährige Kunde von MONTANA, die Hausverwaltung E. Schlamp, möchte in der Tiefgarage eines Mehrfamiliengebäudes im Norden Münchens private Ladestationen nachrüsten. Die WEG verfügt über insgesamt 46 Stellplätze. Davon sind 17 Eigentümer an einer privaten Ladestation interessiert.

Die Ziele
  • Realisierung einer kompletten Ladeinfrastruktur: vom Hausanschluss bis zur Wallbox
  • Gewährleistung eines sicheren Betriebs und Vermeidung einer Überlastung des Stromanschlusses durch ein passendes Lastmanagement-System
  • Vermeiden eines Wildwuchses an selbst installierten Ladepunkten
  • Entwicklung einer kosteneffizienten, einheitlichen und zukunftsfähigen Lösung für alle Eigentümer, die erweiterbar ist und auch auf weitere Liegenschaften übertragbar ist
Die Herausforderug

Obwohl es sich um ein relativ junges Gebäude handelt, das vor weniger als fünf Jahren fertiggestellt wurde, wurde bauseits bei der Elektroplanung keine Ladeinfrastruktur vorgesehen. In der Tiefgarage muss zunächst eine geeignete Basistechnik geplant werden, um jedem Stellplatznutzer die gleichen Anschlussbedingungen zu ermöglichen.


Robert Schlamp, 
Geschäftsführer der Hausverwaltung E. Schlamp


„Mir wurde schnell klar: Um den Wert der Immobilie nachhaltig zu sichern und um Risiken zu vermeiden, brauche ich ein unabhängiges Planungsbüro! “

Projekt-Kick-off: Jedes Gebäude muss individuell betrachtet werden

Nach der Einholung von drei Vergleichsangeboten geht der Zuschlag an das unabhängige Planungsbüro FREQUENTUM, mit dem MONTANA im Bereich E-Mobilität kooperiert. FREQUENTUM vergleicht zunächst mehrere Umsetzungsmöglichkeiten miteinander und überzeugt dann mit einem auf das Objekt zugeschnittenen Konzept. Wohingegen es den beiden Mitanbietern, einem Projektierungsbüro und einem Start-up-Anbieter mit Rundum-Service, nicht gelingt, unter der Vielzahl an möglichen Optionen den individuell besten Weg aufzuzeigen.

Die Basis: der MONTANA Gebäudecheck

Im Vorfeld prüft FREQUENTUM die gesamte Gebäudeinfrastruktur.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand:
Eine fundierte technische Machbarkeitsanalyse sowie ein transparenterZeit- und Kostenaufwand verschaffen allen Beteiligten mehr Transparenz und Sicherheit.

Im Falle der Hausverwaltung E. Schlamp wird die Tiefgarage mit den angrenzenden Technikräumen auf die Eignung für den Aufbau von Ladestruktur geprüft. Bei der Vor-Ort-Begehung werden die physischen und technischen Begebenheiten untersucht. Anschließend wird ein ganzheitliches Konzept ausgearbeitet, welches Lade- und Abrechnungskonzepte, Ausbaustufen und Kosten enthält. Bei der Planung sind die Aspekte Erweiterbarkeit, faire Kostenverteilung und rechtliche Rahmenbedingungen gleichermaßen mit einbezogen.

Florian Rötzer
Projektleiter Hausverwaltung E. Schlamp


„Durch die Machbarkeitsanalyse haben wir endlich ein Konzept für unsere Liegenschaften gefunden, das für jeden Stellplatznutzer in den nächsten Jahren sicher und problemlos funktioniert.“

 

Die Lösung: Schritt für Schritt zum individuellen Ladekonzept

Nachdem alle Anforderungen der WEG geklärt und auf ihre Machbarkeit überprüft sind, beginnt FREQUENTUM mit der Detailplanung.

  • Ein Lastmanagement ermöglicht, dass die vorhandene Leistung auf alle Ladepunkte gleichmäßig verteilt sowie eine Überlastung des Stromnetzes verhindert wird. Der Ladevorgang erfolgt zwar langsamer, allerdings findet er meist nachts statt. Während einer Zeit, in der die E-Auto-Halter ihr Fahrzeug nicht nutzen und nicht in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
  • Als Technik der Wahl werden intelligente Wallboxen mit einer Maximalleistung von jeweils 11 kW und einem integrierten Zugriffsschutz empfohlen.
  • Über eine Stromschiene wird schließlich die Anbindung der einzelnen Wallboxen an den neu geschaffenen E-Mobility-Zählpunkt realisiert.
  • Nach der Entwicklung des Installationskonzeptes und der leistungs- und leitungstechnischen Planung der einzelnen Ausbaustufen wird das Konzept zur Prüfung und Zulassung beim zuständigen Netzbetreiber eingereicht.
Die Gesetzesgrundlage:
Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG):

Seit dem 1. Dezember 2020 haben Wohnungseigentümer und Mieter Anspruch auf den Einbau einer privaten Ladestation an ihrem Stellplatz. Neben der Anbringung einer Wallbox berücksichtigt dieser Anspruch auch die Verlegung von Leitungen und Eingriffe in die Stromversorgung. Die Eigentümergemeinschaft kann die dafür erforderlichen Maßnahmen nicht ablehnen, sie bestimmt aber über die Art der Durchführung der Baumaßnahme. 

Das Ergebnis

✓ Kostenaufwand: 
Die Installation der Basisstruktur kostet 35.000 Euro und verteilt sich auf alle Stellplätze in der Tiefgarage. Die Kosten werden jedoch zu Beginn nur von den 17 E-Fahrzeug-Haltern getragen. Deren Ersteinlage beläuft sich zunächst auf rund 2.000 Euro. Sollten in Zukunft noch weitere E-Auto-Halter dazukommen, reduziert sich die Einlage für die „E-Auto-Pioniere“ entsprechend. Sind perspektivisch irgendwann alle Stellplätze an die Basisstruktur angeschlossen, entfielen für jeden Stellplatzbesitzer in der Tiefgarage circa 800 Euro. Je nach Ausbaustufe reduziert sich dieser Betrag durch das regionale Förderprogramm sogar noch um 40–60 Prozent.

✓ Haltern von konventionellen Fahrzeugen
mit Verbrennungsmotoren sowie der Eigentümergemeinschaft entstehen bei diesem Ladekonzept keine Kosten, weil die WEG nur als Gestatter und nicht als Durchführer auftritt.

✓ Zeitaufwand:
6-8 Wochen

✓ Autostrom:
MONTANA versorgt die Ladeinfrastruktur mit einem speziellen Autostromtarif aus 100 % Ökostrom. Da der Netzbetreiber die Stromversorgung kurzfristig auf ein Minimum an Ladeleistung reduzieren darf, belohnt er die E-Fahrzeug-Halter mit reduzierten Netzentgelten.

Fazit

Projektleiter Florian Rötzer von der Hausverwaltung E. Schlamp resümiert: „In allen Projektphasen wussten wir die transparente Kommunikation unserer beiden Partner zu schätzen. Für uns ein wichtiger Faktor, um eine faire und sichere Ladeinfrastruktur in einem Mehrfamilienhaus aufzubauen. Alles in allem eine gute Wahl!“

 

Robert Schlamp, 
Geschäftsführer der Hausverwaltung E. Schlamp

„Uns war es von Anfang an wichtig, eine faire Regelung für alle Eigentümer zu schaffen. Keiner sollte sich benachteiligt fühlen.“

 

 

Mehr Informationen zum Gebäudecheck finden Sie hier:

Zum Gebäudecheck

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