2. Quartal 2023

Erdgas – der Abwärtstrend endet Mitte Juni

Die Märkte reagierten nervös auf mögliche Liefermengenkürzungen.

 

Die Zeichen an den Gasmärkten standen auch im zweiten Quartal zunächst weiter auf Entspannung: Das Winterhalbjahr endete dank einer milden Witterung mit einem komfortablen Speicherfüllstand. Die Wiederbefüllung der Gasspeicher startete vergleichsweise früh und erhielt durch den Preisrückgang an den Spotmärkten zusätzlichen Rückenwind. Stabile Importmengen an Flüssigerdgas haben ebenfalls dazu beigetragen, dass die Preise bis in den Juni hinein sukzessive weiter zurückgingen.

Anfang Juni haben die Spotpreise sogar ein Zweijahrestief erreicht. Der Frontjahreskontrakt fällt auf unter 50 Euro pro Megawattstunde. Auch die längerfristigen Terminkontrakte fallen auf unter 45 Euro und damit auf den tiefsten Wert seit einem Jahr.

Wie nervös der Markt jedoch noch immer ist, zeigte sich im Laufe des Junis: Mit der Sorge um sich verringernde Pipelinegas-Importe stiegen die Preise Mitte Juni nicht nur deutlich an, sondern zeigten auch wieder eine hohe Volatilität. Hintergrund ist zum einem, dass die Wartungsarbeiten an norwegischen Gasfeldern sich verzögern und zu längeren Produktionsunterbrechungen als geplant führen. Zum anderen haben die Niederlande entschieden, die Produktion in Groningen schon zum Oktober dauerhaft einzustellen. Auch die Rebellion der Wagner-Truppen in Russland trug zur Unsicherheit und damit zum Auftrieb der Preise bei.

Zum Ende des Quartals liegt der Füllstand der rund 40 deutschen Gasspeicher bei über 80 Prozent – die für den 1. September gültige Zielmarke von 75 Prozent ist also vorzeitig erfüllt.

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