Öl: Preise fallen im vierten Quartal
Hohes Angebot und verhaltene Industrienachfrage ließen Ölpreise fallen
Die Ölpreise fielen im vierten Quartal 2025 stark. Die Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" starteten im Oktober bei gut 66 USD pro Barrel und fielen bis Ende Dezember auf rund 57 USD. Besonders das hohe Angebot sowie die verhaltene Industrienachfrage beeinflussten die Preise.
Grund für den Preisverfall waren unter anderem die wiederholten Produktionsanhebungen der OPEC+, womit sie den US-Amerikanern Marktanteile abnehmen will. Diese steigende Verfügbarkeit koppelte sich mit der geringeren Nachfrage: Der verstärkte weltweite Wechsel auf Erneuerbare Energien und die international schwache Konjunktur bremsten den Ölbedarf.
US-Angriff auf Venezuela
Aufgrund der guten Versorgungslage reagierten die Ölmärkte deutlich verhaltener auf den US-Überfall auf Venezuela am dritten Januar als erwartet: Militärische Attacken auf Ölförderländer lösten in der Vergangenheit häufig Preisanstiege aus. Gerade, da es sich bei Venezuela um das Land mit den größten Ölreserven der Welt handelt, hätte man mit steigenden Preisen rechnen können.
Doch trotz der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro und militärischer Operationen in Venezuela blieb ein Preissprung aus. Die Ölpreise fielen Anfang Januar sogar leicht. Für 2026 ist laut der Internationalen Energieagentur (IEA) mit einem Überangebot von ungefähr vier Prozent zu rechnen, also vier Millionen Barrel täglich. Venezuela liefert knapp eine Million pro Tag. Es bestünde also selbst bei einem kompletten Ausfall nach wie vor ein großes Überangebot an Rohöl.
Dennoch bleibt die geopolitische Lage einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf den Ölpreis im laufenden Quartal.
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