Gas - Markt beendet 2025 entspannt
Europas Gasrücklagen schrumpften, geopolitische Risiken blieben – und trotzdem entspannte sich der Markt.
Trotz sinkender Speicherstände blieb der europäische Gasmarkt im vierten Quartal 2025 preislich leicht rückläufig. Ursache dafür waren eine robuste Angebotslage sowie die Aussicht auf zusätzliche LNG-Kapazitäten.
Der Gaspreis fiel im vierten Quartal 2025 von 33,19 € auf knapp unter 28 €. Damit lag der Preis rund 8 € unter den Preisen des vergangenen Sommers für das gleiche Produkt.
Zu Beginn der Heizsaison im Oktober waren die europäischen Gasspeicher zu etwa 83% gefüllt, der deutsche Füllstand betrug ca. 76%. Im Verlauf des Quartals leerten sich die Gasspeicher in Deutschland auf etwa 63 %. Das Vorjahresniveau lag bei über 80%. Das EU-Ausland, insbesondere die großen Speicher in Österreich, waren jedoch voll und hätten den deutschen Markt im Notfall mitversorgen können.
Trotz niedriger Speicherstände sank der Gaspreis im Quartalsverlauf. Hauptgrund war die stabile Angebotslage. Die Gasflüsse aus Norwegen ins europäische Festland waren stabil hoch. Auch die künftige Versorgung gilt als vergleichsweise sicher: Die IEA erwartet bis 2030 einen Anstieg an LNG-Produktionskapazitäten vor allem der USA und Katar, der teilweise das Nachfragewachstum übersteigen soll. Dies könnte auf längere Sicht zu einem Preisverfall führen.
Geopolitisch prägte der Krieg von Russland und der Ukraine das Quartal. Im Dezember einigte die EU sich informell auf ein rechtlich verbindliches, schrittweises Verbot sowohl für verflüssigtes Erdgas (LNG) als auch für Pipeline-Gas aus Russland. Für kurzfristige Verträge gilt das Verbot ab dem 25. April 2026 für LNG und ab dem 17. Juni für Pipeline-Gas. Langfristige Verträge sind noch bis zum Herbst 2027 zulässig. Die Vereinbarung muss noch vom Rat und dem Europaparlament gebilligt werden, bevor sie in Kraft treten kann.
Eine anhaltende Kältewelle und Rückschritte in Friedensverhandlungen rund um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine stellen das größte Aufwärtsrisiko für die Gaspreise im ersten Quartal 2026.
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